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MEHRERE PERSONELLE VERÄNDERUNGENMEHRERE PERSONELLE VERÄNDERUNGEN: Den Wagner gibt’s von der Kanzel

Mit Pfarrer Hajes Wagner weht ein neuer Wind in der Kirchgemeinde. Für ihn ist es eine Rückkehr in die Heimat. Er bringt für seine Arbeit kein fertiges Konzept mit.
Roger Fuchs
Am kommenden Sonntag, 24. September, ist der Einsetzungsgottesdienst des neuen Heidler Pfarrers Hajes Wagner. (Bild: Roger Fuchs)

Am kommenden Sonntag, 24. September, ist der Einsetzungsgottesdienst des neuen Heidler Pfarrers Hajes Wagner. (Bild: Roger Fuchs)

Müsste ein Unterschied zwischen dem pensionierten Heidler Pfarrer Koni Bruderer und seinem Nachfolger Hajes Wagner gesucht werden, so werden diesen die Gläubigen schnell finden: Wagner wird seine Predigten nicht am Abendmahlstisch halten, sondern auf der Kanzel. Dies habe nichts mit Überheblichkeit zu tun, sagt der Pfarrer. Im Gegenteil: Der Wechsel auf die Kanzel soll die Botschaft unterstützen, dass er in der Predigt ein Stück von seiner eigenen Persönlichkeit preisgebe. Oder kurz auf den Punkt gebracht: «Ich mache damit transparent, dass die Gläubigen jetzt den Wagner hören», so der neue Pfarrer. Und wenn sie ihn hören, wird ihnen bestimmt zu Ohren kommen, wie er das Christentum zusammenfasst: Gott ist Mensch. In und unter den Menschen ist gemäss Wagner das Himmelreich sichtbar.

Nächsten Sonntag wird er offiziell in sein Amt eingesetzt.

Für Hajes Wagner ist die Anstellung in Heiden seine zweite Pfarrstelle. Seit 2010 war er im bernischen Rüeggisberg tätig. Der Wechsel in die Ostschweiz ist für den dreifachen Familienvater eine Rückkehr in seine Heimat. Er ist in Thal aufgewachsen – und dies in einer religiösen Familie, wie er sagt. Sein Bruder Kaspar ist seit Jahren als Kirchenorganist von Herisau bekannt.

Bis Hajes Wagner den Beruf des Pfarrers erlernen wollte, brauchte es seine Zeit. Erst hatte er sich zum Bauspengler ausbilden lassen und zusammen mit seinem Bruder ein entsprechendes Geschäft betrieben. Um die 20 durchlebte Hajes Wagner auch eine kirchenkritische Phase, und er hinterfragte sogar die Notwendigkeit der Institution. Dass er sich dennoch mit 24 entschied, das Theologiestudium anzupacken, hat unter anderem mit dem bisherigen Heidler Pfarrer Koni Bruderer zu tun. «Er war damals Pfarrer in Thal und hat mich in­spiriert», blickt Wagner zurück.

Längst hat der heute 45-Jährige seine Kirchenzweifel abgelegt. «Überall dort, wo Menschen am gleichen Strick ziehen, entstehen Strukturen oder Institutionen», sagt er. Entsprechend schätzt er den Wert der Landeskirchen ein. Ihre Aufgabe sei es, vor Ort für alle Menschen da zu sein. «Und als Pfarrer verstehe ich mich als Diener aller Gläubigen.» Von daher bringe er auch kein fertiges Konzept nach Heiden, sondern er wolle hören und sehen, welche Bedürfnisse die Menschen hätten. Was Wagner bereits feststellen konnte: Der Sonntagmorgen-Gottesdienst hat in Heiden einen hohen Stellenwert. Die Feiern seien auch gut besucht, und die Predigtarbeit werde geschätzt. Gleichzeitig ist Wagner nicht entgangen, dass die Kirchenstrukturen im Umbruch sind. Verstärktes regionales Denken sei gefordert. «Ich erachte dies als Chance und nicht als Verlust von Besitzstand», formuliert er seine Haltung. Sein optimistisches Gemüt kommt auch zum Ausdruck, wenn er auf Kirchenaustritte angesprochen wird. «Wir haben nicht nur solche, die davonlaufen, sondern auch viele, die dabei sind», sagt Wagner. Er selbst ist denn auch nicht traurig, wenn Menschen sich anderen Gemeinschaften anschliessen. Ohne sich zu verleugnen, sei es möglich, von anderen Gemeinschaften zu lernen. Viele Freikirchen beispielsweise würden grossen Wert auf das Familienleben legen. Auch er wolle künftig in diesem Bereich neue Akzente setzen. Ganz allgemein ist es seine Absicht, Orte und Räume zu schaffen, wo Glaube gelebt und das Leben gefeiert werden kann.

Roger Fuchs

Seit 14. August arbeitet Pfarrer Hajes Wagner in Heiden als Nachfolger von Koni Bruderer. Wagner hat ein 90-Prozent-Pensum inne. Sein Einsetzungsgottesdienst ist am 24. September. Am 22. Oktober werden die Pfarrpersonen Koni Bruderer und Ruedi Balz verabschiedet. Bruderer bleibt Kirchenratspräsident. Am 12. November gibt es einen weiteren Einsetzungsgottesdienst: Pfar­rerin Martina Tapernoux-­Tanner wechselt von Reute in einem 30-Prozent-Pensum nach Heiden. (rf)

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