Mehr Verletzte, weniger Rettungen

Auf dem Bodensee ereigneten sich 2013 mehr Unfälle als 2012. Zwölf endeten tödlich – gleich viele wie im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten ist gestiegen, jedoch mussten weniger Personen aus Seenot gerettet werden.

Ralf Rüthemann
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24 Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr auf dem Thurgauer Teil des Bodensees und Hochrheins. (Bild: Nana do Carmo)

24 Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr auf dem Thurgauer Teil des Bodensees und Hochrheins. (Bild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. «Offenbar werden die Baderegeln nicht sehr gut eingehalten», sagt Fritz Hefti, Chef der Verkehrs- und Seepolizei Thurgau, an der Jahrespressekonferenz in Kreuzlingen. Denn von den insgesamt zwölf Todesfällen im Jahr 2013 auf dem Bodensee ereigneten sich neun im Badebereich. «Die meisten Opfer waren noch nicht einmal 25 Jahre alt», sagt Hefti. Auf dem ganzen Bodensee und Hochrhein bis Schaffhausen gab es insgesamt 183 Unfälle. Im Jahr 2012 waren es 171 gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg von 27 auf 36. 383 Personen mussten aus Seenot gerettet werden; das sind 155 weniger als im Vorjahr.

Zwei Todesfälle im Thurgau

Die meisten Unfälle geschahen wegen mangelnder Sorgfalt der Betroffenen (66) und Stürmen (42). Kein einziger Unfall war auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen. Auch in den Jahren davor war der Alkohol kein grosses Thema bei den Unfällen auf dem Bodensee. «Die 0,8-Promille-Regel, die auf dem Bodensee seit dem Jahr 2000 gilt, hat sich bewährt», sagt Fritz Hefti.

Auf dem thurgauischen Teil des Bodensees und Hochrheins veränderten sich die Zahlen nur leicht. Die Unfallzahl stieg von 23 auf 24, die Anzahl der Todesopfer von eins auf zwei. Der eine tödliche Unfall ereignete sich im Rhein bei Diessenhofen. Ein Mann wollte den Fluss überqueren, unterschätzte jedoch die Strömung. Er geriet in Panik und ertrank. Der zweite tödliche Unfall geschah am 30. Juli im Untersee in der Nähe von Mannenbach. Ein Vater und sein zehnjähriger Sohn waren am frühen Morgen mit einem Motorboot auf dem Untersee unterwegs. Dabei fielen beide ins Wasser. Der Knabe konnte sich ans Ufer retten, der Vater wurde vermisst. Die Polizei leitete sofort eine grossräumige Suche ein. An dieser beteiligten sich die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau, die Wasserschutzpolizei Konstanz und Reichenau, Mitglieder des Grenzwachtkorps sowie Privatpersonen. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Erst 15 Tage später wurde der Mann in einer Tiefe von 20 Metern gefunden.

Zusammenarbeit funktioniert

Das Fazit der Seepolizei Thurgau im Rückblick auf das Jahr 2013: «Die internationale Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert», sagt Fritz Hefti. Insgesamt sei keine eindeutige Tendenz feststellbar, die besondere polizeiliche Massnahmen erfordere. «Wir werden aber weiterhin bei der Bevölkerung Aufklärung über die Gefahren der Fliessgewässer betreiben.» Dazu gebe es nun die neue Präventionskampagne «Gefahren auf Fliessgewässern». Auch die Eigenverantwortung der Wassersportler soll weiterhin gefördert werden. «Wobei es dann vielleicht sogar sein könnte, dass sich der eine oder andere Sportler überschätzt und so trotzdem verunfallt», sagt Hefti.

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