Mehr Unfälle – aber weniger Tote

Die Kantonspolizei Thurgau hat im vergangenen Jahr knapp sechs Prozent mehr Verkehrsunfälle bearbeitet als 2011. Begründet ist die Zunahme mit den Strassenverhältnissen.

Mathias Frei
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FRAUENFELD. Auf dem Thurgauer Strassennetz krachte es im vergangenen Jahr 1422 Mal – oder alle 375 Minuten – mit Sach- oder Personenschaden. Das sind 79 polizeilich bearbeitete Verkehrsunfälle mehr als 2011. Dies geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Thurgau hervor. Gemäss Fritz Hefti, Chef der Verkehrspolizei, ist der Grund für diesen Anstieg vor allem in den prekären winterlichen Strassenverhältnissen zu finden, die in den Monaten Februar und Dezember herrschten. Die besagten zwei Monate ergaben zusammen ein Plus von 65 Unfällen gegenüber dem Vorjahr. Erfreulicherweise kamen 2012 aber weniger Personen zu Schaden. Bei 616 Personenschadenunfällen verletzten sich 781 Personen. Das sind 49 Verletzte weniger. Die Verkehrspolizei verzeichnete fünf Prozent weniger Leicht- und sogar fast 13 Prozent weniger Schwerverletzte auf den Thurgauer Strassen.

«Bei der Anzahl getöteter Personen bewegen wir uns weiterhin auf einem tiefen Niveau», sagt Verkehrspolizeichef Hefti. Gleichwohl sei jedes Verkehrsopfer eines zu viel. Noch vor zehn Jahren kamen auf Thurgauer Strassen 25 Personen ums Leben. 2012 waren es elf Todesopfer – zwei weniger als 2011. Statistisch am meisten gefährdet sind Motorradfahrer mit fünf Verkehrstoten. Hinzu kommen weiter je zwei getötete Fussgänger, Fahrradfahrer und Autolenker.

Bei 806 Verkehrsunfällen entstand Sachschaden. Dies entspricht einer Zunahme um beinahe 20 Prozent. Auch die Schadensumme stieg an, um 1,9 Millionen auf 15 Millionen Franken.

Ein Blick auf die Verkehrsunfallstatistiken seit 2003 zeigt aber, dass die Zahl der Unfälle tendenziell abnimmt. 2003 gab es 1820 Karambolagen: 28 Prozent mehr als vergangenes Jahr. Gemäss Hans Baltensperger, Kommandant der Kapo, ist diese Tendenz seit 1992 feststellbar. Obwohl der Motorfahrzeugbestand im Thurgau seither um 60 Prozent zugenommen habe. Und die Verkehrsdichte hat seit 2003 ebenfalls im Schnitt um 1,4 Prozent pro Jahr zugenommen. Verkehrspolizeichef Hefti führt diesen Umstand auf Verbesserungen im Bereich der Ausbildung, der Fahrzeugtechnik und Strasseninfrastruktur zurück. Auch die Präventionsbemühungen der Polizei, unter anderem durch Verkehrskontrollen, würden ihren Teil beitragen.

In Sachen Alkohol am Steuer zeigten sich die Thurgauer 2012 etwas disziplinierter. Vergangenes Jahr war bei 164, also bei 13 Unfällen weniger, der Alkohol die Hauptursache. Sehr oft verursachen alkoholisierte Fahrer Schleuder- oder Selbstunfälle. Der typische betrunkene Unfallbeteiligte ist zwischen 20 und 24 Jahre alt und weist einen Blutalkoholgehalt von 1,2 bis 1,39 Promillen auf. Im fünfjährigen Schnitt haben betrunkene Unfallbeteiligte zwischen 1,4 und 1,59 Promille intus.

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