Mehr Natur für Pfählmadgraben

ALTSTÄTTEN. Nach den positiven Erfahrungen mit der Renaturierung des Pfählmadgrabens im Riet, soll der Bach nun weiter in Richtung Eichberg revitalisiert werden. Das Projekt liegt seit Dienstag im Altstätter Rathaus auf.

Kurt Latzer
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Der Pfählmadgraben soll ab der SBB-Bahnlinie etwa 800 Meter bachaufwärts renaturiert werden. Weitere Massnahmen in Richtung Eichberg sind vorerst noch nicht geplant. (Bild: Kurt Latzer)

Der Pfählmadgraben soll ab der SBB-Bahnlinie etwa 800 Meter bachaufwärts renaturiert werden. Weitere Massnahmen in Richtung Eichberg sind vorerst noch nicht geplant. (Bild: Kurt Latzer)

Die Melioration der Rheinebene und der Verein Pro Riet Rheintal haben 1999 ein gemeinsames Projekt gestartet, um die Tier- und Pflanzenvielfalt in Meliorationskanälen und Windschutzstreifen zu fördern. Ziel war und ist es, die potenziellen Lebensadern der Landschaft etappenweise aufzuwerten und die verbauten Kanäle zu revitalisieren.

Neuen Lebensraum schaffen

Im Projekt enthalten ist zudem die extensive Bewirtschaftung der Böschungen und die punktuelle Verbesserung der Windschutzstreifen. Wie bei den bereits revitalisierten Bachabschnitten soll nun der Pfählmadgraben zwischen SBB-Linie und Fleubenstrasse ein neues Bett bekommen. «Als erstes werden die Betonplatten an der Sohle des Grabens entfernt. Dann folgt der Einbau einer Kiessohle», sagt Projektverfasser Urs Weber, Biologe im Ökobüro Hugentobler in Altstätten. Zudem werden in den Bach Steine, Totholz und sogenannte Faschinenwalzen (zusammengebundene Weidenruten-Bündel) eingesetzt. Sie dienen Kleintieren und Fischen als Unterschlupf. «In den, mit Betonplatten belegten Bachsohlen bieten nur die Fugen zwischen den Platten einen Lebensraum», sagt Weber, «das ändern wir nun am Pfählmadgraben.»

Massnahmen haben gefruchtet

Urs Weber ist überzeugt, dass nach der Sanierung des Abschnittes zwischen Bahnlinie und Fleubenstrasse dort das Leben zurückkehrt. In den 2007 und 2008 renaturierten Abschnitten des Pfählmadgrabens sei das schliesslich auch so gewesen. Heute seien neben anderen Tieren und Pflanzen auch wieder Fische zu sehen. Grund für die neue Artenvielfalt ist laut Urs Weber auch die gute Wasserqualität im Graben, das zum Teil aus den Bergen stamme.

In Eichberg öffnen

Nachdem der Gemeinderat Eichberg im vergangenen Frühjahr das Wasserbauprojekt Pfählmadgraben aufgrund vieler Einsprachen zurückgezogen hatte, soll nun der Graben von unterhalb der Oberrieterstrasse bis nach dem Spielplatz Eichpark wieder ans Tageslicht geholt werden. «Ich hoffe, dass wir das Projekt kommenden Frühling auflegen und im Sommer umsetzen können», sagt Alex Arnold, Gemeindepräsident von Eichberg, auf Anfrage. Die Pläne für die Öffnung des Grabens erwartet Alex Arnold noch diesen Monat. In der Investitionsrechnung seien die Kosten für diese Renaturierung enthalten.

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