Mehr Leben am Grundlochkanal

WIDNAU. Die Melioration der Rheinebene und der Verein Pro Riet beginnen demnächst mit der Renaturierung des Widnauer Grundlochkanals. Die beiden Partner arbeiten seit 1999 zusammen und werten Meliorationskanäle auf.

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Die neue Kiessohle ist durchlässig und wird vielfältig belebt. (Bild: pd)

Die neue Kiessohle ist durchlässig und wird vielfältig belebt. (Bild: pd)

Dieser Tage beginnt die Melioration der Rheinebene mit der Renaturierung des Grundlochkanals auf Widnauer Gemeindegebiet. Die Kanalsohle aus Zementplatten wird entfernt, und es entsteht eine neue Bachsohle aus Kies. Eine durchlässige Kiessohle bietet Insektenlarven, anderen Kleinlebewesen und Fischen einen besseren Lebensraum.

Melioration und Pro Riet

Dank einer leicht geschwungenen Normalwasserrinne wird der gerade Kanalcharakter auch fürs Auge abwechslungsreicher. Um die Vielfalt im Wasser zu erhöhen, setzt man ins neue Gerinne mehrere Störsteine, grobe Äste und Weidenwalzen.

Die Ausführung erfolgt durch die Unterhaltsequipe der Melioration, verstärkt durch einen Schreitbagger. Dieser stützt sich beidseits in den Böschungen ab und kann direkt über dem Kanal arbeiten. Für die Renaturierung ist kein Landerwerb erforderlich, das Grundstück der Melioration reicht für die Massnahmen aus.

Die Bauherrschaft liegt gemeinsam bei der Melioration der Rheinebene und dem Verein Pro Riet Rheintal. Die Partner tragen seit 1999 ein Projekt zur ökologischen Aufwertung von Meliorationskanälen und haben seither mehr als vier Kilometer Kanäle renaturiert. Der jetzige Abschnitt erstreckt sich über eine Länge von 510 Metern. Die Kosten werden durch wasserbauliche Beiträge des Kantons mitgetragen.

Gefälle wird umgekehrt

Der Bauabschnitt ist heute kein fliessender Kanal, sondern ein stehendes Gewässer mit Überlauf in den Honglermooskanal. Dieser Überlauf wurde in den 1970er-Jahren erstellt, als man den bereits verrohrten Unterlauf des Grundlochkanals in eine Schmutzwasserleitung umfunktionierte. Mit dem Renaturierungsprojekt wird nun die Sohlenlage angepasst, so dass in Zukunft auch diese Gewässerstrecke fliessen kann. Angesichts des kleinen Einzugsgebietes und des vorherrschenden Bodentyps ist es möglich, dass der Abschnitt öfters trocken liegt. Der Diepoldsauer Teil des Grundlochkanals und der Oberlauf des Honglermooskanals wurden bereits 2013 auf 700 Laufmetern revitalisiert und stehen heute den Bachlebewesen als naturnahe Kanalstrecke zur Verfügung. (pd)

Die neue Kiessohle wird vielfältig belebt. (Bild: pd)

Die neue Kiessohle wird vielfältig belebt. (Bild: pd)

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