Mehr Feldhasen im Rheintal

Meister Lampe kommt in unsere Breitengrade zurück. Die letzte Feldhasen-Zählung im Rheintal beweist, dass die Bemühungen, im Rheintal mehr Naturnahe Flächen zu schaffen, Früchte tragen.

Susi Miara
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rheintal. Früher wusste manch einer, wo der Hase lang läuft. Heute ist das anders. Kaum jemand bekommt je einen Feldhasen zu Gesicht. Und wenn, dann höchstens als Schokoladehasen zu Ostern. Vielerorts im Rheintal haben Forscher nur noch drei bis sechs Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt. Auch Wildhüter Peter Eggenberger kann sich noch an Zeiten erinnern, wo man 20 Feldhasen an einem Tag beobachten konnte. Das liege jedoch schon 50 Jahre zurück. «Heute sind es vielleicht noch ein bis zwei am Tag», sagt Peter Eggenberger.

Erfreuliche Zunahme

Weil der Bestand der Feldhasen seit Jahren rückläufig ist, freut sich der Wildhüter umso mehr, dass bei der letzten Zählung am 3. und 7. März wieder mehr Hasen gesichtet wurden. «Vor allem im Bannriet hat sich die Feldhasen-Population gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt», sagt Peter Eggenberger. Die Zählungen in vergangen Jahren zeigen, dass mit einer Hasendichte von rund neun Hasen pro Quadratkilometer das Kerngebiet der Rheintalebene deutlich über einem Grossteil aller Schweizer Untersuchungsflächen liegt.

«Diese Zahlen können sich aber jährlich ändern», sagt Markus Brülisauer, Abteilungsleiter Jagd beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen. Einerseits spiele der Lebensraum ein grosse Rolle. Aber auch das Wetter und die Zahl der natürlichen Feinde sei massgebend. Der Fuchs, einer dieser Feinde, sei zum Beispiel letztes Jahr am Staupenvirus erkrankt.

Warum ausgerechnet im Bannriet dieses Jahr so viele Feldhasen gezählt wurden, weiss auch Markus Brülisauer nicht. «In den beiden anderen Zählgebieten im Rheintal blieb die Zahl konstant.» Dort wurden etwa gleich viele Feldhasen wie im Vorjahr gezählt. Im Bannriet lag die Zahl doppelt so hoch, bei 90.

Im St. Galler Rheintal ist der Feldhase seit 1998 Aufhänger eines Projektes zur Förderung von Buntbrachen und extensiv genutzten Blumenwiesen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Landwirte halten sich an bestimmte Zusatzanforderungen (z. B. Verwendung von Balkenmähern) und erhalten für ihren Mehraufwand eine jährliche Abgeltung. Das Projekt wird von der Schweizerischen Vogelwarte und dem Verein Pro Riet Rheintal getragen.