Mattle wird Stadtpräsident

ALTSTÄTTEN. Es ist ein Bruch der Wähler mit den Parteien: Mit Ruedi Mattle ist erstmals ein Parteiloser ins Stadtpräsidium von Altstätten gewählt worden. FDP und SVP zeigen sich skeptisch.

Max Tinner
Merken
Drucken
Teilen
Symbolträchtig: Die Altstätter CVP-Urgesteine Jacques Sinz und Markus Ritter gratulieren Ruedi Mattle (links) zur Wahl. (Bild: Max Tinner)

Symbolträchtig: Die Altstätter CVP-Urgesteine Jacques Sinz und Markus Ritter gratulieren Ruedi Mattle (links) zur Wahl. (Bild: Max Tinner)

Die Entscheidung ums Altstätter Stadtpräsidium ist überraschend schon im ersten Wahlgang gefallen. Ruedi Mattle ist mit 1563 von 3076 gültigen Stimmen gewählt. «Natürlich hatte ich gehofft, die Wahl zu gewinnen», meinte er an der Wahlfeier beim «Frauenhof», «dass das Resultat aber so deutlich ausfällt hätte ich nicht gedacht.»

Zweimal nachgezählt

Das Ergebnis ist eine halbe Stunde später bekanntgegeben worden als angekündigt: Weil Mattles Ergebnis nur 24 Stimmen über dem absoluten Mehr liegt, ist zweimal nachgezählt worden.

Alexander Breu, Kandidat von CVP und SVP, erreichte 656 Stimmen, FDP-Kandidat Frank Federer 512 Stimmen und der Parteilose Rolf Beck 258 Stimmen. Beck, einer der ersten, der Ruedi Mattle zur Wahl gratulierte, gibt sich gleichwohl zufrieden. «Meine Kandidatur mag geholfen haben, dass die Leute nachzudenken begonnen und die eingefahrene Parteipolitik aufgebrochen haben.» Federer und Breu sind weniger glücklich mit ihren Resultaten. Breu gratuliert Mattle aber zur Wahl und Federer meint anerkennend, dass es Mattle gelungen sei, die Wähler besser zu mobilisieren.

Eine historische Wahl

«a plus»-Präsident Markus Rohner spricht von einer historischen Wahl: «Erstmals wird ein Parteiloser Stadtpräsident von Altstätten – die Wähler wollen die Grabenkämpfe zwischen den Parteien nicht mehr.» Immerhin gehörten 90% der Altstätterinnen und Altstätter keiner Partei an. Die SP, die Mattle ebenfalls unterstützt hat, ist ebenfalls erfreut über dessen Wahl: «Wir hoffen, dass soziale Anliegen nun stärker gewichtet werden.»

Bürgerliche fürchten Linksrutsch

SVP und FDP fürchten hingegen gerade einen Linksrutsch im Stadtrat: «Wir werden ein Auge auf Mattles Parteiunabhängigkeit haben», sagt FDP-Ortsparteipräsident Peter Amsler, betont aber, dass man keine Blockadepolitik betreiben werde: «Die FDP will Altstätten vorwärts bringen, und wir haben eine klare Vorstellung, wie dies geschehen soll.»

altstätten 45