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Mathias Nüesch ist Swissman 2019

Mathias Nüesch vom TTT Rheintal ist nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen Swissman. «Das ist das Highlight meiner Karriere», freut er sich. Zwischen Start und Jubel lagen kräfteraubende 223 Kilometer inklusive 5500 Höhenmeter.
Andrea Kobler
Mathias Nüesch (r.) erreicht mit Supporter und Bruder Paul Nüesch das Ziel des Swissman Xtremem Triathlon auf der Kleinen Scheidegg. (Bild: PD)

Mathias Nüesch (r.) erreicht mit Supporter und Bruder Paul Nüesch das Ziel des Swissman Xtremem Triathlon auf der Kleinen Scheidegg. (Bild: PD)

Dabei kam Mathias Nüesch in ein Gewitter, erlebte grosse Kälte, kämpfte sich über drei Pässe, lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und überstand einen Hungerast. Doch Nüesch kämpfte sich am Schluss nach 16:15 Stunden zwei Minuten vor seinem härtesten Konkurrenten ins Ziel.

Komplikationen schon vor dem Start

Mit dem Selbstvertrauen des Sieges am Ironman Switzerland 70.3 ging der 37-jährige Widnauer Mathias Nüesch an den Start des Swissman Xtreme Triathlon mit 250 Athleten aus 40 Nationen: «Ich wusste, dass ich vorne mitmischen kann, an einen Sieg habe ich aber nicht gedacht.» Unsicherheiten gab es beim Start. Geplant war, von der Insel Brissago nach Ascona zu schwimmen. Die Schwimmer hätten um 4 Uhr auf die Insel Brissago gebracht werden sollen, doch um 4.30 Uhr waren die Athleten noch immer in Ascona.

Wegen vorausgesagten starken Gewittern entschloss sich der Organisator schliesslich anstelle der 3,8 km für eine verkürzte, 1000 Meter lange Strecke von einem Schiff Richtung Ascona. «Ich war froh, dass wir überhaupt schwimmen konnten und nicht mit Laufen starten mussten», blickt Nüesch zurück. Während in weiter Entfernung das Donnergrollen zu hören war, streckte er einen Finger ins Wasser des Lago Maggiore: Gefühlte 14 Grad. Pünktlich um 5 Uhr dann der Start. Der Entscheid der verkürzten Strecke war richtig: Eine halbe Stunde später erschütterte das Gewitter die Region.

Durch die Kälte ins Berner Oberland

Nach rund einer Stunde auf dem Rennrad holte dieses auch Nüesch ein: «Während 20 Minuten regnete es sehr intensiv.» Danach fuhr er dem Wetter davon. In den Bergen wurde er vielfach überholt: «Ich musste Geduld haben – mein eigenes Tempo fahren.» Schliesslich erkämpfte er sich wieder Plätze zurück.

Es ging über den Gotthard, dann über den 2436 m liegenden Furka und damit den höchsten und mit vier Grad auch kältesten Punkt des Wettkampfes, über insgesamt 180 km bis ins Berner Oberland nach Brienz auf 567 m.

Cola rettet vor dem Hungerast

Nach dem Wechsel zum Laufen lag unter anderem der Franzose Michaël Dalmasso vor Nüesch: «Er lief davon, als sei er auf der Flucht.» Doch wieder liess sich Nüesch nicht beirren, lief sein Tempo und konnte Michaël Dalmasso schliesslich wieder überholen. Wie vermutet wurde Stefan Graf, der vor einem Jahr den Gigathlon für sich entschied, zum grössten Widersacher. «Ich wusste, dass er am Berg gut läuft», so Nüesch. Nichtsdestotrotz überholte er ihn. Dann aber holte den Rheintaler ein Hungerast ein. «Die Steigung war rund vier Prozent und ich musste gehen», erinnert er sich an die härteste Phase des Wettkampfes. Sein Supporter, Bruder Paul konnte ihm glücklicherweise Coca Cola übergeben. «Das hat mich gerettet», lachte Nüesch einige Tage später. Er konnte Graf wieder überholen.

Seines Sieges sicher

Bei der Wechselzone acht Kilometer vor dem Ziel lag Nüesch eine Minute vor Graf. Die letzten acht Kilometer, gespickt mit 1100 Höhenmetern, hatte Nüesch zusammen mit seinem Supporter, Bruder Paul, zu laufen. Dessen Rucksack musste ein Liter Getränk, Regenjacke, Regenhose, Handschuhe, Mütze und Stirnlampe enthalten. So will es das Reglement.

Jetzt hiess es wandern mit schnellem Schritt und bei weniger steilen Abschnitten gleich wieder zum Joggen überzugehen. Auch wenn Graf den ganzen Abschnitt joggend absolvierte, schafften es die Nüesch-Brüder, den Verfolger, der sich die Zeit nahm, die Schuhe zu wechseln, in Schach zu halten. Rund zwei Minuten vor dem Ziel realisierte Mathias Nüesch, dass er den Sieg ins Ziel bringen könnte: «Das war der emotionalste Moment.» Nach 42 Kilometern, 1494 Höhenmetern und rund 3:59 h Marathonzeit war die Kleine Scheidegg erreicht.

Mit dem Sieg kam auch die Sonne und so konnte sich Mathias Nüesch tags darauf bei der Siegerehrung bei wunderschönem Wetter den Fotografen stellen.

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