Einkaufstourismus im Rheintaler Grenzgebiet läuft wieder an: 20'000 Masken blieben jedoch liegen

20'000 Schutzmasken liegen im Messepark in Dornbirn für Schweizer Kunden bereit. Nötig sind sie nicht mehr.

Hildegard Bickel
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Die Grenzöffnung per 15. Juni lässt es zu, über der Grenze einzukaufen. Einen Mundschutz braucht es nicht. Österreich hob gleichzeitig die Maskenpflicht auf.

Die Grenzöffnung per 15. Juni lässt es zu, über der Grenze einzukaufen. Einen Mundschutz braucht es nicht. Österreich hob gleichzeitig die Maskenpflicht auf.

Bild: hb

Die Grenzen sind seit gestern wieder offen und Einkaufstourismus erlaubt. Um die Kundschaft aus der Schweiz zu empfangen, stellte die Verwaltung des Messeparks vorsorglich Schutzmasken bereit.

Anders als in der Schweiz, galt in Österreich bis vor Kur­-zem eine Maskenpflicht beim Einkaufen. Doch pünktlich zur Grenzöffnung wurde diese Massnahme aufgehoben. «Dieser Beschluss war zwar angekündigt, die Umsetzung folgte jedoch kurzfristig», sagt Burkhard Dünser, Messepark-Geschäftsführer. Die bereitgestellten Masken – rund 20'000 Stück – bleiben vorerst ungenutzt im Lager.

«Das ist mir natürlich lieber, als wenn wir sie an die Schweizer Gäste verteilen müssten», sagt Burkhard Dünser und hofft, dass sie auch in absehbarer Zeit nicht gebraucht werden. Die Schutzmaske hätte sie bei ihrem Einkauf nicht gestört, sagt eine Messepark-Besucherin aus Altstätten. «Ich bin froh, kann ich wieder einmal pro Monat herkommen und Vorräte einkaufen.» Auf dem Parkplatz waren am Montagnachmittag bereits zahlreiche Schweizer Kennzeichen zu sehen. Vor allem St.Galler, aber auch Thurgauer und Appenzeller Vorderländer.

Einkaufstourismus rollt ohne Hektik an

Eine Diepoldsauerin deckte sich mit Hygieneprodukten wie Gesichtscreme und Tierfutter für ihre Katzen ein. Auch ein Ehepaar aus Diepoldsau nutzte nach drei Monaten die erste sich bietende Gelegenheit, ennet der Grenze die Einkaufstaschen zu füllen. «Wir hatten Verständnis für die Situation. Aber es ist sehr angenehm, sich wieder frei zu bewegen und zu wählen, wo man einkaufen will.»

Eine Kundin aus Oberegg sagt, sie habe das Datum der Grenzöffnung nicht bewusst abgewartet. Weil aber ihr freier Tag sei, wollte sie für sich und ihre Mutter spezielle Produkte wie Dinkelteigwaren und Kaf­-fee einkaufen. Die Stimmung im Einkaufszentrum war entspannt, der zum Teil erwartete Andrang in den Geschäften blieb aus. Wie rasch die Kundenfrequenz aus der Schweiz steige, sei schwierig einzuschätzen, sagt Burkhard Dünser. «Aber wir hoffen bald auf Normalität.» Normalität ist gleichbedeutend mit einem Anteil von rund 20 Prozent Schweizerinnen und Schweizern im Messepark in Dornbirn.

Der anrollende Einkaufstourismus stellt auch die Gewissensfrage der wirtschaftlichen Unterstützung. «Zugegeben, es ist besser, in den Geschäften in der Schweiz einzukaufen», meint ein Kunde aus St.Margrethen. «Aber ich glaube nicht, dass ich längerfristig mein Kaufverhalten ändere.» Sein Budget sei knapp bemessen, weshalb er einmal pro Woche in Vorarlberg einkaufe und Benzin tanke.

Kunden in der Schweiz behalten

Während der Grenzschliessung profitierten die Schweizer De­tailhändler. Migros erzielte seit März höhere Umsätze im Lebensmittelbereich.

Auch bei Aldi Suisse war das Umsatzwachstum in den Rheintaler Filialen im Vergleich zur restlichen Schweiz besonders hoch, heisst es auf Anfrage. Das Vertrauen der neu gewonnenen Kundschaft möchte Aldi Suisse mit einer bevorstehenden Preisoffensive halten. «Um zu zeigen, dass es nicht nötig ist, über die Grenze zu fahren.»