Masken nähen, Schutz schenken: Nach diesem Motto arbeitet das Nähteam aus Widnau 

«Maske auf – bleibt gesund», heisst das Nähteam aus Widnau. Es näht und verteilt Schutzmasken.

Monika von der Linden
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Die Diskussion darüber, ob das Tragen von Gesichtsschutzmasken in der Öffentlichkeit obligatorisch werden soll, hält an. Weiter ist unklar, welche Maskenarten einen ausreichenden Schutz bieten.

Unbestritten ist aber, dass jedes Mittel, Mund und Nase zu bedecken, zumindest etwas Schutz gewährleistet. Es ist also damit zu rechnen, dass künftig vermehrt Masken getragen werden – unabhängig, welches Reglement das BAG noch erlässt.

Trägt jemand einen Mundschutz, werden Passanten daran erinnert, dass sie unbedingt einen Abstand von zwei Metern einhalten sollen.

Dieser Gedanke steht bei «Maske auf – bleibt gesund» im Vordergrund. Ein Nähteam um Pfarrerin Silke Dohrmann hat diese Aktion initiiert. Fünf Frauen schneidern seit knapp vier Wochen Schutzmasken für Bedürftige. Damit sie auch selbst die gebotenen Abstandsregeln einhalten können, nähen sie nie zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Im Kirchgemeindehaus in Widnau stehen Nähmaschinen bereit. Abwechselnd nutzen sie die Mitglieder des Nähteams. Die handgefertigten Masken verteilen die Frauen an Bedürftige auf dem Gebiet der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Diepoldsau-Widnau-Kriessern und unter den Besuchern des A-Treffs in Heerbrugg.

Aufruf zum Maskennähen mit Anleitung

Dieser Tage öffnete Silke Dohrmann den Kreis der Näherinnen und vielleicht bald auch Näher. Sie verschickte ein Rundmail: «Ich schreibe euch, um euch einzuladen, mitzumachen beim Nähen und Verteilen der Masken – bei euch in der Familie, Nachbarschaft, im Verein, der Kirchgemeinde oder religiösen Gemeinschaft», schreibt sie auffordernd. Sie bittet jene, die eine Nähmaschine besitzen, Stoffreste daheim liegen und Freude am Schneidern haben, sich an der Aktion zu beteiligen.

Viel überlegen oder organisieren müssen die Maskennäher nicht. Ein Schnittmuster für alle Grössen, eine Nähanleitung und Links zu Erklärvideos sind dem Mail angefügt. Je nachdem, wie geschickt man ist, näht man eine Maske in einer halben oder einer Stunde. Weiter weist Silke Dohrmann darauf hin, wie die selbst genähten Schutzmasken richtig gehandhabt werden. Eine Ansteckung mit dem Coronavirus oder anderen Erregern kann durch die Handarbeit nicht hundertprozentig verhindert werden. Eine Ansteckungsgefahr besteht immer noch.

Wendet man die Maske richtig an, schützt sie aber besser als jede andere Maske, die man nicht trägt. Ausserdem hilft sie dabei, einer gerade jetzt schlechten Gewohnheit ein Schnippchen zu schlagen – nämlich sich mit den Händen an die Augen oder Nase zu fassen.

Bevor man die Maske aufsetzt und nachdem man sie sie abgenommen hat, sollte man unbedingt die Hände waschen. Als Stoffe eignen sich jene, die sich bei mindestens 60 Grad waschen lassen. Der Stoff sollte dicht gewebt sein, aber das Atmen nicht beeinträchtigen. Sobald eine Maske feucht ist, gehört sie in die Waschmaschine.

Gestalterischen Ideen setzt das Team keine Grenzen. Vielleicht entwickeln sich die selbst genähten Schutzmasken im Rheintal ja sogar zu Modeaccessoires. In Tschechien sind sie dies bereits seit einigen Wochen.

Fragen zu den Schnitten beantwortet Ulrike Gamper unter Telefon 071 755 53 28, E-Mail: ulrike1950@yahoo.de. Alle Infos auch auf www.refdwk.ch