Masern nicht unterschätzen

ALTSTÄTTEN. Zu wenige Leute lassen sich impfen: Dies förderte in der Schweiz nicht nur eine Studie zutage; auch Peter Schnell, Inhaber der Sternen-Apotheke in Altstätten, hat dies im Rahmen der jüngst abgeschlossenen Impfkampagne festgestellt.

Kurt Latzer
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Sind die Daten erst erfasst, braucht man nach dem Impfausweis nicht mehr zu suchen. (Bild: Kurt Latzer)

Sind die Daten erst erfasst, braucht man nach dem Impfausweis nicht mehr zu suchen. (Bild: Kurt Latzer)

An der schweizweiten Aktion für eine bessere «Durchimpfung» beteiligte sich auch der Kanton St. Gallen. An der Kampagne «Ihr einfacher Weg zum Impfschutz» haben vier Rheintaler Apotheken mitgemacht.

Vom 22. April bis 17. Mai hatte die Bevölkerung die Gelegenheit, ihren Impfstatus erfassen und in einen elektronischen Impfausweis einfliessen zu lassen. Damit soll den Leuten der Zugriff auf die Ausweise erleichtert und an allfällige Nachimpfungen erinnert werden.

Schwerwiegende Folgen

Laut einer Studie sind 83 Prozent der Schweizer Bevölkerung vor Masern geschützt. 95 Prozent müssten es sein, wollte man im Lande die Masern eliminieren. «Masern sind eine sehr ansteckende, keineswegs harmlose Erkrankung», sagt Peter Schnell, der sich mit seiner Apotheke an der Kampagne beteiligt hat. Maserninfektionen bei Erwachsenen verlaufen oft deutlich schlimmer als bei Kindern, Komplikationen treten häufiger auf.

Keine Zahlen bekannt

Laut Erhebung sind in der Schweiz 83 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft; 95 Prozent müssten es sein, wolle man erreichen, dass Masern laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eliminiert gelten. «In der Masernbekämpfung spielt die Schweiz in der gleichen Liga wie der Pleitestaat Griechenland, Kambodscha, Georgien oder Irak», hiess es kürzlich im «St. Galler Tagblatt».

In welcher Liga spielt das Rheintal? «Mir sind keine Zahlen bekannt», gesteht Peter Schnell. Und wie war die Beteiligung an der Kampagne «Ihr einfacher Weg zum Impfschutz» in der Sternen-Apotheke? «Ein paar Dutzend Leute liessen ihre Impfausweise erfassen und informierten sich über ihre Impfungen», sagt der Apotheker, «gemessen an der Einwohnerzahl von Altstätten sind das relativ wenig.» Aus diesem Grund habe er beschlossen, die Aktion zum selben vergünstigten Preis noch bis Ende Juni weiterzuführen.

Masern schon gehabt?

Peter Schnell bestätigt, dass man in der Regel gegen Masern und andere Kinderkrankheiten immun ist, wenn man diese als Kind gehabt und «ausgetragen» hat. Ausnahmen könne es bei Leuten geben, deren Immunsystem geschwächt ist. Personen, die nicht sicher sind, ob sie Masern oder andere Kinderkrankheiten bereits gehabt haben oder keinen Impfausweis besitzen, empfiehlt Schnell den Gang zum Hausarzt. Anhand von Blutuntersuchungen lasse sich feststellen, ob und bei welchen Impfungen Nachholbedarf besteht. Sich zu informieren rät Peter Schnell auch Personen, die in entferntere Länder reisen, wie nach Brasilien, an die Fussball-WM. In Medien war zu lesen: «In Brasilien fürchten Kinderärzte, dass Touristen die Masern einschleppen könnten.» Im Verdacht steht auch die Schweiz. Sie hinkt hinter Brasilien her.

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