Martinis in San Diego

Ich bin untreu geworden. Diese Woche habe ich Los Angeles gegen San Diego eingetauscht – Eloy in L. A. stimmt also nicht ganz.

Eloy Martinez Kalifornien
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Martinis und Polaroids in San Diego mit dem Balboa-Park im Hintergrund. (Bild: Eloy Martinez)

Martinis und Polaroids in San Diego mit dem Balboa-Park im Hintergrund. (Bild: Eloy Martinez)

Ich bin untreu geworden. Diese Woche habe ich Los Angeles gegen San Diego eingetauscht – Eloy in L. A. stimmt also nicht ganz.

Doch ich war bloss für ein paar Tage im Süden Kaliforniens. Zudem würde ich behaupten, San Diego eigne sich um Längen besser für einen ersten Annäherungsversuch an die Region als das endlos ausgedehnte Los Angeles.

Eigentlich bin ich überaus glücklich mit L. A. – darum komm ich ja zurück. Hier gibt es alles. Und davon ganz schön viel. 24 Stunden erhältlich.

Dennoch bin ich für einige Tage nach San Diego gefahren. Noch entspannter, noch sonniger, noch mehr Kalifornien.

Die Stadt feiert gerade das 100-Jahr-Jubiläum der Expo im Balboa-Park. Damals gab das der Stadt einen enormen Schub – wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Gesellschaftlich geht einiges in San Diego. Die Menschen hier sind noch entspannter als in Los Angeles, ein Westküstenmerkmal – und so ergeben sich die angenehmsten Gespräche mit Einheimischen. Locals, also lokal Ansässige, waren es auch, die mir den speziellen Peanutbutter-Jelly-Martini empfohlen haben. Selbstverständlich musste ich den probieren, wenn ich schon mal hier bin und auch noch eine Empfehlung für einen Drink erhalte, der gar nicht erst auf der Karte zu finden ist. Das leicht zähflüssige Getränk hat dann aber mit dem europäischen Wermut-Martini nicht mehr viele Gemeinsamkeiten. Das Glas vielleicht noch, das gebe ich zu. Dieser etwas seltsame Cocktail war fast schon eine Mahlzeit für sich, kalorientechnisch bestimmt, und dennoch fabelhaft in Geschmack und Farbe – und so süsslich verführerisch!

Trotzdem werde ich in naher Zukunft meine Martinis wieder in gewohnter Umgebung, in Los Angeles, geniessen.

Vielen Dank San Diego, es war mir eine Ehre – Und nun zurück nach L. A.