Margrit Mattle kündigt Rücktritt an

Die langjährige Stadträtin Margrit Mattle wird bei den Kommunalwahlen im Herbst nicht mehr kandidieren. Nach 16 Jahren im Amt wolle sie einer jungen Kraft Platz machen – einer Frau, wie Margrit Mattle hofft.

Gert Bruderer
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«Die politische Arbeit ist zuweilen nervenaufreibend, bereitet aber auch viel Freude», sagt Stadträtin Margrit Mattle-Lindegger. (Archivbild: Kurt Latzer)

«Die politische Arbeit ist zuweilen nervenaufreibend, bereitet aber auch viel Freude», sagt Stadträtin Margrit Mattle-Lindegger. (Archivbild: Kurt Latzer)

ALTSTÄTTEN. Den Vorstand ihrer Partei, der CVP, hat Margrit Mattle-Lindegger bereits schriftlich informiert. Auf Ende dieses Jahres, schreibt sie, trete sie von ihrem Amt zurück.

Die frühe Ankündigung begründet die Vizepräsidentin der Stadt Altstätten unter anderem mit ihrem Wunsch, dass der Stadtrat ab dem nächsten Jahr nicht wieder wie früher während Jahrzehnten ein reines Männergremium sei. Denn viele Bürgerinnen und Bürger, zum Teil auch Angestellte der Stadtverwaltung, würden sich mit gewissen Anliegen oder Fragen lieber an eine Frau wenden als an einen Mann. Das habe sie im Laufe ihrer langen Amtszeit immer wieder feststellen können.

Erst dritte Frau im Stadtrat

Margrit Mattle ist erst die dritte Altstätter Stadträtin. Mattles Parteikollegin Trudi Stieger war einst als erste Frau in die Stadtregierung gewählt worden, Andrea Benz gehörte dem Gremium als erste FDP-Frau während acht Jahren an, und Margrit Mattle ist bisher als einzige Frau schon unter dem dritten Stadtpräsidenten im Amt.

2008 bestes Ergebnis

Die CVP hat Margrit Mattle im Jahr 2000 als Kandidatin für den Stadtrat vorgeschlagen; sie wurde im ersten Wahlgang gewählt und ist seit 1. Januar 2001 im Amt. Bei ihrer zweiten Wiederwahl im Jahr 2008 erreichte sie das beste Resultat, so dass sie in der Folge zur Vizepräsidentin des Stadtrats gewählt wurde. Das ist sie noch heute.

öV ist ihr besonders wichtig

Margrit Mattle präsidiert die Friedhofkommission sowie die Kultur- und Sportkommission; ausserdem ist sie Mitglied der Bau- und Liegenschaftenkommission. Ihren grössten Aufgaben und Erfolgen rechnet sie selbst ihre präsidialen Tätigkeiten in der früheren Arbeitsgruppe «Haus zur Musik» und in der ehemaligen Altstätter Verkehrskommission zu.

Für das Haus zur Musik war das Ziel von einer Million Franken an Spendengeldern erreicht worden, was Mattle kaum für möglich gehalten hätte, wie sie heute sagt. Ausserdem setzte sie sich an vorderster Front für die Beibehaltung der Schnellzugshalte in Altstätten ein. In jüngster Zeit erlebte Margrit Mattle die Aufgleisung des Hallenbad-Neubaus als besonders anforderungsreiche Aufgabe.

Auch «nervenaufreibend»

Auch in ihrem letzten Amtsjahr setze sie sich für Bürgernähe ein sowie für gute Rahmenbedingungen zugunsten der hier tätigen Wirtschaftsunternehmen, schreibt Margrit Mattle in ihrem Brief an die CVP. Obschon die politische Arbeit «manchmal anstrengend und zuweilen nervenaufreibend» sei, bereite sie anderseits auch viel Freude. Sie ermuntert deshalb «vor allem junge Frauen, sich politisch zu engagieren».

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