Marcel Dietsche wird es schwer haben

Silvia Lenz kandidiert im zweiten Wahlgang nicht mehr für das Oberrieter Gemeindepräsidium. Somit kommt es zum Zweikampf zwischen dem amtierenden Rolf Huber (FDP) und seinem Herausforderer Marcel Dietsche (SVP) aus Kriessern.

Gert Bruderer
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Silvia Lenz kandidiert im zweiten Wahlgang nicht mehr für das Oberrieter Gemeindepräsidium. Somit kommt es zum Zweikampf zwischen dem amtierenden Rolf Huber (FDP) und seinem Herausforderer Marcel Dietsche (SVP) aus Kriessern.

Was bedeutet nun der (erwartete) Rückzug von Silvia Lenz, die im ersten Wahlgang nur 476 Stimmen erhielt? – Vor allem dürfte das Ausscheiden der Frau aus Gais auf die Stimmbeteiligung drücken. Denn jedenfalls für einen Teil der Wahlberechtigten, die Lenz die Stimme gaben, sind die verbleibenden Kandidaten keine Alternative. Die Stimmbeteiligung dürfte im zweiten Wahlgang auch darum tiefer liegen, weil die Zahl erfahrungsgemäss eher sinkt. Kommt hinzu, dass die Beteiligung im ersten Wahlgang mit knapp 58 Prozent rekordhoch war. Als zum Beispiel in Balgach, Altstätten und Au-Heerbrugg vor vier Jahren das Präsidium umkämpft war, lag die Stimmbeteiligung in diesen Gemeinden zwischen 38,46 und 53,24 Prozent.

Wer Rolf Huber die Stimme gab und sich am zweiten Wahlgang ebenfalls beteiligt, wird aller Voraussicht nach wieder Rolf Huber wählen, denn Huber-Wähler streichen die Amtsführung hervor, mit der sie zufrieden sind. Wer Silvia Lenz gewählt hat (weil sie oder er eine Frau wollte bzw. weder Huber noch Dietsche als Präsident), verzichtet womöglich auf eine neuerliche Stimmabgabe oder legt leer ein.

Dass die meisten Lenz-Stimmen zu Dietsche wandern, ist eher unwahrscheinlich. Und selbst, wenn er einen grossen Teil der Lenz-Stimmen bekommen sollte, hätte Dietsche es schwer. Im ersten Wahlgang lag der Herausforderer immerhin 426 Stimmen hinter Huber zurück, was aufzuholen einer Herkulesaufgabe gleichkommt. Um eine Chance zu haben, müsste Dietsche nicht nur von einer gewissen Stimmabstinenz von Huber-Wählern profitieren, sondern auch das Kunststück fertigbringen, genug neue eigene Wähler zu mobilisieren.