Marc Breu: Hauptsache zwei Räder

ST.MARGRETHEN. Beat Breu gehörte zu den erfolgreichsten Radfahrern der Schweiz. Sohn Marc Breu verlegte sich aufs Motocross-Fahren. In St. Margrethen eröffnete der gelernte Motorradmechaniker im Juni einen Biker-Shop.

Andrea Plüss
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Zum Motocross mit Familie und Freunden: Marc Breu (Mitte) mit Freundin Nathalie, Vater Beat (Dritter v. l.) und Claudio Kuster (Zweiter v. r.). (Bild: Andrea Plüss)

Zum Motocross mit Familie und Freunden: Marc Breu (Mitte) mit Freundin Nathalie, Vater Beat (Dritter v. l.) und Claudio Kuster (Zweiter v. r.). (Bild: Andrea Plüss)

Mit vier Jahren bekam Marc Breu vom Vater sein erstes Motocross-Motorrad geschenkt. «Ich habe ihn nie gedrängt, in den Radsport zu gehen», sagt Beat Breu, der seine Profikarriere in den 70er-Jahren im Querfeldein-Sport begonnen hatte. Später verlegte sich der heute 57-Jährige auf die Strasse, gewann zweimal die Tour der Suisse sowie zwei Bergetappen der Tour de France.

Zuletzt fuhr er als Berufsfahrer für Appenzeller Käse (bis 1996) und versuchte 2007 ein vielbeachtetes, aber glückloses Comeback als Steher auf der offenen Rennbahn in Zürich Oerlikon. Beat Breu arbeitet heute für die in der Zweiradbranche tätige Firma Stähli aus Thun im Aussendienst.

1997 erstes Rennen

Von klein auf interessierte sich Marc Breu für Motorräder.

«Anfangs musste ich mit Seitenwagen fahren, um Stabilität zu bekommen, da ich die Maschine allein noch nicht halten konnte, erinnert sich Marc Breu. Bereits mit sieben Jahren fuhr er 1997 sein erstes Motocross-Rennen. Für ihn war immer klar, dass er Zweirad-Mechaniker werden wollte. Bei Breu Motos in St. Gallen absolvierte der St. Margrether seine Ausbildung und startete im Juni dieses Jahres mit seinem Bike-Shop in die Selbständigkeit.

Kindervelo und Renntöffli

An der Hauptstrasse in St. Margrethen konnte Marc Breu im April ein Fahrradgeschäft übernehmen, das der Besitzer altershalber abgeben wollte. Mit Freundin Nathalie Hauser renovierte Breu Junior Werkstatt und Ladenlokal und eröffnete seinen Biker-Shop zwei Monate später unter dem Namen Marc Breu Rennsport AG. «Bei mir bekommt man alles – vom Kindervelo bis zum Renntöffli», erklärt der Crossfahrer.

Vom Vorbesitzer konnte Breu den Kundenstamm übernehmen und bietet darüber hinaus alles rund ums Motocross-Fahren an. Dabei auch hin und wieder Occasionsmaschinen. Im Ladenlokal finden sich nicht nur Poster von Motocross-Rennen, sondern auch Trikots, Pokale und Bilder, aus der Radsport-Karriere von Vater Beat Breu.

Rennsport-Team

An den Wochenenden dreht sich bei den Breus alles ums Motocross.

Anfang des Jahres erwarb Marc Breu ein Wohnmobil, mit dem Familie und Freunde zu den Crossrennen fahren. Zum kleinen Rennstall gehören neben Marc Breu noch Freundin Nathalie Hauser, die in der nationalen Damenkategorie startet, sowie sein Freund Claudio Kuster. Die diesjährige Saison beendete Marc Breu mit dem Schweizer Meistertitel der Amateure in der Kategorie MC National 250 – 500 ccm und dem Vizemeistertitel bei den «Experten Open».

«Leider gibt es in der Schweiz nur wenige Rennstrecken», so Breu. Anders als in Italien, wo allein im Raum Mailand – Turin mehr als 100 Motocross-Strecken existieren. Es sei deshalb nicht leicht, international Fuss zu fassen. «In anderen Ländern hat das Motocross einen höheren Stellenwert als in der Schweiz, und die Fahrer werden vom Verband stärker unterstützt», erklärt der Amateur-Meister.

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