Marbachs Stolz auf Olympioniken

Die Oberrheintaler Gemeinde Marbach feierte am Samstag die Aufnahme von Olympia-Teilnehmerin Jennifer Hohl (Radsport an den Olympischen Spielen 2008 in Peking) in den Sportlerkeller.

Andrea Kobler
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Freude über die Erweiterung des Sportlerkellers (von links): Gemeindepräsident Alexander Breu, Jennifer Hohl, Katja Bellino (Präsidentin der Museumskommission), Ringer David Hungerbühler und Christoph Kobelt vom STV Marbach. (Bild: Andrea Kobler)

Freude über die Erweiterung des Sportlerkellers (von links): Gemeindepräsident Alexander Breu, Jennifer Hohl, Katja Bellino (Präsidentin der Museumskommission), Ringer David Hungerbühler und Christoph Kobelt vom STV Marbach. (Bild: Andrea Kobler)

Vier Olympiateilnehmer, zahlreiche WM- und Europameisterschaftsteilnehmer sowie Schweizer Meister: Marbach ist ein Dorf von Sportlerinnen und Sportlern. Diesen zu Ehren wurde im September 2006 der Sportlerkeller im Forterkeller des Ortsmuseums eröffnet. An genau diesem Tag hatte Radrennfahrerin Jennifer Hohl erstmals an einer Weltmeisterschaft im Einsatz gestanden. Zwei Jahre später folgte ihr Olympia-Einsatz in Peking. Das Strassenrennen der Frauen, ein Tag, auf den Jennifer Hohl noch heute mit gemischten Gefühlen zurückblickt. An der Spitze des Feldes mit dabei, wurde sie in einen Sturz verwickelt, der sie zur Aufgabe zwang. «Ich wäre so nahe dran gewesen», fuchste Hohl zudem noch am Samstag der achte Rang an der Europameisterschaft in Sofia 2007.

«Riesengrosse Anerkennung»

Dass sie nun – drei Jahre nach ihrem Rücktritt – als vierte Marbacher Olympiateilnehmerin nach den Ringern Max und Ruedi Kobelt sowie Bob-Olympiasieger Sepp Benz in den Sportlerkeller aufgenommen wurde, empfindet sie als «riesengrosse Anerkennung und grosse Genugtuung».

«Dieser Sportlerkeller ist eine tolle Sache», freut sich auch Sepp Benz, Zweierbob-Olympiasieger in Lake Placid 1980. Immer mal wieder schwelgt Max Kobelt in Erinnerungen an seine Olympiateilnahme in Tokio 1964. «Vor allem, wenn ich bei aktuellen Spielen den Einmarsch der Nationen erlebe, sind diese Erlebnisse wieder gegenwärtig und erinnern mich an diesen schönsten Moment meines olympischen Einsatzes.»

Das Sportlerbuch, in dem Schweizer Meister sowie Medaillengewinner an Europa- oder Weltmeisterschaften verewigt werden, konnte am Samstag mit den neuen Schweizer Meistern Hansruedi Götti (Schiessen), David Hungerbühler (Ringen), Nicole Zuberbühler (Gymnastik) und dem STV Marbach (Vereinsturnen Gymnastik Grossfeld) ergänzt werden. «Cool, das hätte ich nie erwartet», freute sich David Hungerbühler. «Es ist schön für uns Sportler, dass wir in der Gemeinde wahrgenommen werden.» Der Ringer feierte als Jugendlicher drei Schweizer Meistertitel, gewann den Mannschafts-Meistertitel 2011 mit der RS Kriessern und war zuletzt 2014 SM-Dritter im Greco.

Katja Bellino, Präsidentin der Marbacher Museumskommission, bedankte sich bei Benjamin Ender und Hanspeter Schneider für die Idee und Realisierung des Sportlerkellers. «Das ganze Dorf ist sehr stolz auf die Erfolge der Sportlerinnen und Sportler – sowie auf den Ehrenplatz, der ihnen hier zuteil wird.» Auch Gemeindepräsident Alexander Breu würdigte die Erfolge der Sportlerinnen und Sportler: «Ihr Fleiss, Wille und ihre Ausdauer sind bewundernswert.» Die Gäste der Feier genossen den Samstagnachmittag bei der Besichtigung von Ortsmuseum und Sportlerkeller, beim Zusammensein beim Apéro und den feinen Köstlichkeiten aus der Wirtsstube.