MARBACH/REBSTEIN: Ein Wappen wird klar bevorzugt

Die Umfrage für das gemeinsame Wappen im Falle einer Gemeindevereinigung hat einen eindeutigen Favoriten ergeben. Allerdings auf Basis einer bescheidenen Anzahl Umfrageteilnehmer.

Max Tinner
Merken
Drucken
Teilen
Die vier vorgeschlagenen Wappen mit den Anzahl Stimmen, die sie erhielten. (Bild: pd/mt)

Die vier vorgeschlagenen Wappen mit den Anzahl Stimmen, die sie erhielten. (Bild: pd/mt)

Max Tinner

Die Gemeinderäte von Marbach und Rebstein hatten einen Heraldiker, einen Wappenkundler, beauftragt, Entwürfe für ein Wappen zu erarbeiten, das zum neuen Gemeindewappen wird, falls die Stimmberechtigten dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden zustimmen. Vier Entwürfe wurden Ende August online gestellt. Wobei es sich dabei eigentlich um zwei Wappen in unterschiedlichen Farbgebungen handelte. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Marbach und Rebstein waren dann gebeten, bis Ende September in einer Onlineumfrage ihr favorisiertes Wappen zu wählen («Rheintaler» und «Volkszeitung» vom 25. August und 7. September).

Das Resultat ist deutlich: Eine Zweidrittelmehrheit spricht sich für eines der Wappen mit diagonal über den Schild verlaufenden Bach und zwei frei hängenden Trauben aus. Die Varianten mit Rebstock zwischen Bach und stilisierter Bergkette im Hintergrund gefallen offensichtlich weniger. Ebenso deutlich fällt der Unterschied zwischen den Farbschlägen aus. Die Abstimmenden ziehen die blauen Trauben auf weissem Schild den goldenen Trauben auf blauem Grund klar vor. Unterm Strich spricht sich über die Hälfte der Umfrageteilnehmer für das Wappen mit quer über den Schild verlaufenden blauen Bach und blauen Trauben auf weissem Grund aus.

Extrem belastet wurden die Server der Umfrageplattform allerdings nicht. 275 Rebsteiner und 117 Marbacher klickten sich durch die (kurze) Umfrage. Das sind nur etwa sechs Prozent aller Einwohner (per Ende 2016 hatte Marbach 2061 und Rebstein 4436 Einwohner). Und zuletzt ihre Stimme abgegeben haben dann auch nur 327 der 392 Umfragebesucher.

Jedermann hätte mitvoten können

Nachweisen, dass man tatsächlich Marbacher oder Rebsteiner ist, musste man allerdings nicht. Eine Autorisierung etwa über einen individuellen Code hätte die Umfrage aufwendig gemacht und auch einiges gekostet. Damit hätte nun freilich jedermann über den Link auf den Gemeindehomepages auf die Umfrageseite gelangen, sich für einen Rebsteiner oder einen Marbacher Einwohner ausgeben und seine Stimme abgeben können, dies sogar beliebig oft.

Alexander Breu, Gemein­depräsident von Marbach und Vorsitzender des Lenkungsausschusses für die Gemeindevereinigung, geht dennoch davon aus, dass höchstens einzelne solcher Fremdstimmen darunter sind. «Es hätte ja niemand et­-was davon», meint er, «und nebst den Marbachern und Rebsteinern dürfte sich kaum jemand für deren Gemeindewappen interessieren.»

Beschluss wird noch im Oktober gefasst

Die Umfrage ist für die Gemeinderäte auch nicht verbindlich. Wenn sie wollten, könnten sie sich statt für das Wappen mit den meisten Stimmen immer noch für ein anderes entscheiden. Wo dieses eine Wappen mehr Stimmen bekommen hat als die andern drei zusammen, wäre dies allerdings befremdlich. Beschluss fassen wird der Gemeinderat von Marbach an seiner Sitzung vom 23. Oktober, der Gemeinderat von Rebstein an seiner Sitzung tags darauf.

Heutige Wappen bestehen als Dorfwappen weiter

Ausserhalb der Onlineumfrage bekam Alexander Breu drei, vier E-Mails zum Wappen. Etwa ebenso viele Male wurde er da­rauf angesprochen. Da sei es aber hauptsächlich darum gegangen, was denn mit den heutigen Wappen geschehen solle. Diese bestehen tatsächlich als eigenständige Wappen weiter und können beispielsweise von den Ortsgemeinden – die auch bei einer Fusion der politischen Gemeinden eigenständig bleiben – oder auch von den Dorfvereinen weiterverwendet werden. Und natürlich auch von Privaten, die in ihrem Garten eine Fahne mit dem heutigen Marbacher oder Rebsteiner Wappen stehen haben. Man könne das mit Oberriet vergleichen, wo neben dem Wappen der politischen Gemeinde jedes Dorf noch sein eigenes Wappen habe, erklärt Breu.

Auf Dokumente kommt ein Logo und nicht das Wappen

Selbst für die nach einem Zusammenschluss zusammengelegte Gemeindeverwaltung hat das Gemeindewappen voraussichtlich nur untergeordnete Be­deutung. «Beinahe auf allen Dokumenten und auf den Briefköpfen wird wohl wie heute das Logo der Gemeinde und nicht das Gemeindewappen aufgedruckt sein», sagt Alexander Breu. Er verweist aber auf das kantonale Gemeindegesetz, in dem steht, dass jede politische Gemeinde ein Wappen zu haben hat. Und das Gemeindevereinigungsgesetz schreibt vor, dass dieses bereits Bestandteil des Vereinigungsbeschlusses ist, über den die Stimmberechtigten von Marbach und Rebstein in einem Jahr abstimmen werden. Im Grunde genommen ist die ganze Wappengeschichte damit vor allem eines: eine Pflichtübung.