MARBACH: Marbach senkt den Steuerfuss

Die anwesenden Stimmberechtigten heissen an der Bürgerversammlung die Senkung des Steuerfusses um sechs Prozentpunkte auf neu 134 Prozent gut.

Andrea Kobler
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Gemeindepräsident Alexander Breu (rechts) zusammen mit den Gemeinderäten (v. l.) Koni Hungerbühler, Christian Freund, Stefan Raschle, Irma Graf, Mark Schärz, Gemeinderatsschreiberin Gianna Fiorelli und Janojan Thambirajah. (Bild: Andrea Kobler)

Gemeindepräsident Alexander Breu (rechts) zusammen mit den Gemeinderäten (v. l.) Koni Hungerbühler, Christian Freund, Stefan Raschle, Irma Graf, Mark Schärz, Gemeinderatsschreiberin Gianna Fiorelli und Janojan Thambirajah. (Bild: Andrea Kobler)

Andrea Kobler

Gemeindepräsident Alexander Breu informierte nach seiner Begrüssung über die Fortschritte der Arbeiten hinsichtlich der Gemeindevereinigung von Rebstein und Marbach. Die Abstimmung wird im Herbst 2018 stattfinden. Bis Anfang 2018 möchten die Gemeinderäte den Vereinigungsbeschluss erarbeiten. Bei den von den Gemeinderäten bereits genehmigten neuen Ortsplanungsinstrumenten Schutzverordnung und Zonenplan läuft ein Rekursverfahren beim Baudepartement des Kantons St. Gallen. Nach dessen Abschluss kann der neue Zonenplan und die neue Schutzverordnung vom Baudepartement genehmigt werden.

Nach den Erneuerungswahlen der politischen Gemeinde für die Amtsdauer 2017/2020 ­besuchte Janojan Thambirajah am Freitag erstmals als Ge­meinderat eine Bürgerversammlung. Die neuen Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission sind Franziska Sonderegger und Anita Treitinger. Alexander Breu verabschiedete Gemeinderat Guido Halter (nach 16 Jahren) sowie Vreni Schönenberger und Urs Graf als Mitglieder der ­Geschäftsprüfungskommission (acht bzw. zwölf Jahre).

Die Musikgesellschaft, unter der Leitung von Remo Dintheer, stimmte auf die Bürgerversammlung ein. Die Musikgesellschaft wird mit den Kreismusiktagen am 20. und 21. Mai auch den nächsten Grossanlass in Marbach organisieren. Es werden an diesem Wochenende rund 1500 Musikantinnen und Musikanten erwartet.

Vorschlag in der Jahresrechnung

Die laufende Jahresrechnung schloss mit einem Vorschlag von 438000 Franken ab. Geplant war ein Defizit von 91000 Franken. Zu diesem guten Ergebnis trugen insbesondere der Minderaufwand bei der Primarschule Marbach und der Oberstufe Rebstein-Marbach von rund 268000 Franken, der Mehrertrag bei den Grundstückgewinnsteuern von rund 176000 Franken und der Minderaufwand bei der sozialen Wohlfahrt von rund 69000 Franken bei.

Der Vorschlag 2016 von 438000 Franken wird in das Eigenkapital, d. h. in die Reserve für künftige Aufwandüberschüsse, eingelegt. Mit dieser Einlage beträgt das Eigenkapital der Gemeinde Marbach knapp 1,4 Mio. Franken

Mehr Mittel aus dem Finanzausgleich

Der Voranschlag 2017 rechnet mit Gesamtausgaben (also inkl. Finanzbedarf von den Schulgemeinden) von 10097800 Franken und Gesamteinnahmen von 10287800 Franken und somit mit einem Ertragsüberschuss von 190000 Franken. Aus dem Finanzausgleich bekommt die Gemeinde Marbach 1975900 Franken und somit rund 140000 Franken mehr als im Jahr 2016. In der Investitionsrechnung sind 350000 Franken für die Sanierung der Bahnhofstrasse sowie 20000 Franken für die Gesamtrevision Richt- und Zonenplan enthalten.

Erfreuliche finanzielle Entwicklung

Die negativen Auswirkungen von den früheren Steuergesetzrevisionen, insbesondere der Erhöhung vom Kinderabzug sowie den verschiedenen Sparpaketen des Kantons, sind mittlerweile aufgefangen worden. Die finanzielle Entwicklung der Gemeinde Marbach ist erfreulich. Stark ins Gewicht fällt im Steuerplan der Gemeinde Marbach, die einen hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen aufweist, der Liegenschaftsunterhalt. Dieser hat vor allem in wirtschaftlich guten Jahren grössere Steuerausfälle zur Folge. Die Beschränkung vom Fahrkostenabzug, die die Stimmbevölkerung vom Kanton St. Gallen im November 2015 angenommen hat, wirkt sich positiv auf den Steuerertrag aus. Dank dieser erfreulichen Entwicklung beantragte der Gemeinderat eine Senkung des Steuerfusses von sechs Prozentpunkten von bisher 140 auf neu 134 Prozent. Dieser wurde von der ­Bevölkerung einstimmig angenommen. Bei einem Steuerfuss von 134 Prozent werden rund 205000 Franken weniger Steuerertrag erwartet. Im Jahr 2017 fallen insbesondere durch den Verkauf des Alters- und Pflegeheims Sonnengarten an die Stadt Altstätten und durch die Auflösung von einer Rücklage für die Alterswohnungen total rund 236000 Franken Mehrerträge an, mit denen 2018 nicht mehr zu rechnen ist.

Rücklaufende Schülerzahlen

Marbach Sowohl die Oberstufe Rebstein-Marbach wie auch die Primarschule Marbach berichten von rücklaufenden Schülerzahlen.

Der Oberstufen-Schulrat setzt sich nach den Gesamterneuerungswahlen aus Roland Schönauer (Präsident), Bernd Fritz, Andreas Eggenberger, Sabine Greiser und Simon Studerus zusammen. Derzeit besuchen 222 Schüler die Oberstufe Rebstein-Marbach. 2017/18 wird mit fünf Prozent weniger gerechnet. Deshalb wird davon ausgegangen, dass im kommenden Schuljahr zwölf anstelle von bisher dreizehn Klassen geführt werden. Fernando Schapira (nach zwölf Jahren), Monica Bangerter (nach acht Jahren), Norbert Kühnis (nach zwölf Jahren) in der GPK und Marcel Oehler (nach vier Jahren in der GPK) wurden verabschiedet.

Die Schulleitung hat nach dem Abgang von Manuel Allemann, der sieben Jahre in der Oberstufe Rebstein-Marbach tätig war, Andreas Schönenberger übernommen, wobei er derzeit krank geschrieben und interimistisch von Jürg Germann vertreten wird. Im vergangenen Jahr wurden die noch ausstehenden Zimmer des Altbau Ost für rund 260000 Franken und damit 40000 Franken unter Budget ­saniert. Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Minder-Steuerbedarf von 202000 Franken ab. Sowohl die Rechnung 2016 als auch das Budget 2017, das mit Gesamtausgaben von 5700000 Franken, wurden von der Bürgerschaft einstimmig angenommen.

Abnahme der Primarschüler

Der Primarschulrat Marbach setzt sich nach den Gesamterneuerungswahlen folgendermassen zusammen: Ernst Dietsche (Präsident), Fredy Lutz (bisher) sowie Jennifer Gruber, Martin Kobelt und Marlene Thurnherr (neu). Aus dem Schulrat verabschiedet wurden Barbara Oehler und Fredi Treitinger (nach vier Jahren) und Anita Forter (nach 16 Jahren), Andreas Eggenberger nach neun Jahren als GPK-Mitglied. Die Schülerzahlen haben mit aktuell 195 Kindern gegenüber 210 im Vorjahr markant abgenommen. Bei einem Budget 2016 von 3580000 Franken schliesst die Rechnung mit einem Minderbedarf von 192000 ab. Der haushälterische Umgang mit den Finanzen ist auch im Budget 2017 erkennbar, das mit einem Steuerbedarf von 3440000 Franken rechnet. Investitionen sind 2017 keine geplant. Rechnung wie auch Budget der Primarschule wurden einstimmig gutgeheissen. (ak)