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«Marbach ist jetzt gefährlicher»: Kritik nach Aufhebung von vier Fussgängerstreifen

Der Kanton St.Gallen hat insgesamt vier Fussgängerstreifen auf der Staatsstrasse zwischen Rebstein und Marbach entfernen lassen. Darüber informiert wurde im Vorfeld in Marbach aber niemand. «Es geschah aus Sicherheitsgründen», begründet die Kantonspolizei die stark kritisierte Entfernung.
Auch Schüler können nicht mehr an den gewohnten Stellen die Strasse überqueren. (Bild: TVO)

Auch Schüler können nicht mehr an den gewohnten Stellen die Strasse überqueren. (Bild: TVO)

(jm) Plötzlich hat es vier Fussgängerstreifen weniger zwischen Rebstein und Marbach, berichtet «FM1-Today». Entfernt wurden sie von der Kantonspolizei St.Gallen. Übrig geblieben sind schwarze Streifen am Boden und Unmut bei den Schulen, Ladenbesitzern und Eltern von Schülern.

Der Marbacher Gemeindepräsident Alexander Breu ist besorgt um die Sicherheit der Bewohner. Manchmal würden die Autos vor den nicht mehr vorhandenen Fussgängerstreifen halten. «Die Streifen sind zwar nicht mehr gelb, man sieht aber, wo sie mal waren», so Breu in einem Interview mit «TVO». Laut der Gemeinde Marbach ist die Situation gefährlich und das Unverständnis in der Bevölkerung gross.

Beitrag von «TVO» zu den entfernten Fussgängerstreifen in Marbach. (Video: TVO)

Die Eltern von Schülern sind besorgt

Die Fussgänger müssen jetzt zum Teil ein grosses Stück bis zum nächsten Streifen laufen. Die Verlockung, die Strasse vielleicht einfach ohne Fussgängerstreifen zu überqueren, ist grösser. Dies sei jedoch nur ein Teil des Problems, so Breu. Viel grösser sei das Problem, dass der Kanton die Gemeinden nicht über den Zeitpunkt informiert hat. «Hätten wir Bescheid gewusst, so hätten wir auch die Schulen informieren können. Dann wäre die Situation wohl nicht entstanden, dass Schüler an der Strasse ohne Fussgängerstreifen warten.»

Roland Schönauer, Primarschulpräsident von Rebstein, musste ebenfalls so manches Telefon von besorgten Eltern entgegennehmen. «Plötzlich waren in Rebstein zwei Fussgängerstreifen weg, ohne dass wir Bescheid wussten. Wir konnten weder die Schüler noch die Eltern darüber informieren, dass sich der Heimweg der Kinder ändert. Das ist eine sehr unglückliche und auch gefährliche Situation.»

Auch in Rebstein sind nicht nur die Eltern von Schülern unzufrieden mit dem Entscheid, schreibt «FM1-Today». Özcan Dolanbay ist Geschäftsführer der Pizzeria «Punto Verde». Direkt vor seinem Restaurant ist ein Fussgängerstreifen entfernt worden. «Es haben sich schon einige Gäste bei uns beklagt», sagt Dolanbay. «Wenn sie geparkt haben, können sie nicht mehr einfach die Strasse überqueren, sondern müssen bis zum nächsten Fussgängerstreifen laufen. Das ist nicht gut fürs Geschäft».

Streifen aus Sicherheitsgründen entfernt

Doch wieso wurden die Fussgängerstreifen entfernt? Im Moment prüft die Kantonspolizei St.Gallen im ganzen Kanton die Fussgängerstreifen: Ist er zu wenig sicher, erfüllt er seinen Zweck nicht oder wird er nicht benutzt, hebt der Kanton den Streifen auf oder versetzt ihn. Dies scheint auf die Streifen auf der Staatstrasse zuzutreffen.

«Grundsätzlich gilt: lieber kein Fussgängerstreifen als einer, der nicht sicher ist», erklärt Florian Schneider von der Kantonspolizei St.Gallen. Ein Fussgängerstreifen bedeute immer das Vortrittsrecht für den Fussgänger. Dieses bringe in manchen Situationen auch Gefahren mit sich, sagt Schneider.

Schule fühlt sich von Entscheid ausgeschlossen

Trotz den Erklärungen der Kantonspolizei kann Roland Schönauer das Entfernen des einen Streifens nicht nachvollziehen: «Es ist ein Fussgängerstreifen direkt bei einer Bushaltestelle, dort hat es viele Schüler, welche die Hauptstrasse überqueren. Ich finde die neue Situation einfach schlecht», so der Primarschulpräsident. Als Schule fühle man sich von den Entscheiden ausgeschlossen. «Es ist einfach schade, dass man nicht besser miteinander kommunizieren kann. Wir fühlen uns vom Kanton übergangen.»

Florian Schneider von der Kantonspolizei St.Gallen räumt Fehler in der Kommunikation ein. «Auch uns ist zu Ohren gekommen, dass die Gemeinden und somit auch die Schulen nicht über den Zeitpunkt informiert wurden, wann diese Streifen entfernt werden. Die Polizei hat darauf aber keinen Einfluss.» Dies betreffe das Tiefbauamt St.Gallen.

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