MARBACH: Anrufe immer wieder unterbrochen

Für Internet und Telefon hat Ruedi Kobelt bis vor gut einem Jahr ISDN verwendet. Seit dem Wechsel auf ein neues System hat der Marbacher Unternehmer immer wieder mit Verbindungsproblemen zu kämpfen.

Kurt Latzer
Drucken
Teilen
Swisscom will in den nächsten Jahren in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren, auch in Marbach und Rebstein. (Bild: pd)

Swisscom will in den nächsten Jahren in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren, auch in Marbach und Rebstein. (Bild: pd)

Kurt Latzer

Angefangen haben die Probleme in Ruedi Kobelts Mosterei fast auf den Tag genau vor einem Jahr. Weil veraltet, hat Swisscom am 28. Dezember 2015 die bis dahin klaglos funktionierende ISDN-Anlage abgeschaltet und gleichzeitig das neue «My KMU Office L» in Betrieb genommen.

Gut drei Monate später begann in Ruedi Kobelts Betrieb der «Spuk», der bis heute anhält. «In der Netzwerkumgebung des Kunden traten seit April 2016 vermehrt Probleme mit den Telefonen auf», bestätigt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk auf Anfrage der Redaktion.

Nach der Umstellung noch mal ein neues System

Swisscom reagierte, montierte neue Endgeräte und führte weitere Leitungs- und Installationsoptimierungen durch. Annina Merk sagt dazu: «Die neu installierten Geräte haben rund einen Monat funktioniert, bis erneut Probleme auftraten.» Man habe Swisscom-Experten beigezogen, um die Ursache für die sich häufenden Gesprächsabbrüche zu klären.

Fazit: Die von Swisscom bereitgestellten Endgeräte sowie die Zuleitung funktionierten gut, das Problem sei im Netzwerk des Kunden zu suchen.

Der Schweizer Kommunikationskonzern bot Ruedi Kobelt an, ein neues, teureres System zu installieren. Kulanterweise bot man dies dem Kunden mit 50 Prozent Rabatt an. Ruedi Kobelt lehnte ab, weshalb er noch heute mit unterbrochenen Verbindungen zu kämpfen hat. Mit der momentanen Situation scheint sich der Marbacher Unternehmer arrangiert zu haben, obschon er überzeugt ist, seine Probleme seien einfacher lösbar. Ohne das teurere Business-Problem.

Ruedi Kobelt wirft die Frage auf, ob er in Marbach der Einzige sei, der mit einer unsicheren Verbindung zu kämpfen hat. «Möglicherweise liegt es ja doch am Netz. Störungen hat es in Marbach und Rebstein ja schon gegeben», sagt er.

Im Gegensatz zu anderen Rheintaler Gemeinden, etwa Widnau, gibt es in Marbach kein flächendeckendes Glasfasernetz. Das bestätigt Alexander Breu, Gemeindepräsident von Marbach: «Glasfaserkabel haben wir nur an einzelnen Orten, beispielsweise zwischen Trafostationen und dem Gemeindehaus.» Von Störungen in Internet oder Telefonie wisse er nichts.

Keine grossen Störungen in Marbach und Rebstein

«Die Bau- und Wohnzonen in Marbach und Rebstein sind mit ‹Fibre to the Curb› verbunden», erklärt Annina Merk.

Das heisst, die Swisscom-Glasfaserkabel reichen bis ins Quartier mit einer Datenmenge von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Im Vergleich: ‹Fibre to the Home› führt Glasfasern bis in Wohnungen und Geschäfte mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s).

Was plant die Swisscom nun in Zukunft in Marbach und Rebstein? «Im Zuge unseres schweizweiten Ultrabreitbandausbaus werden Marbach und Rebstein mit unserer glasfaserbasierten Erschliessungstechnologie ‹Glasfasern bis zum Strassenverteiler mit bis zu 500 Mbit/s› und ‹Glasfasern bis in den Keller von Liegenschaften mit bis zu 500 Mbit/s› ausgestattet. Nach diesem Ausbau werden Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s möglich sein», sagt die Swisscom-Mediensprecherin.

Und im Gegensatz zum Marbacher Gemeindepräsidenten weiss Annina Merk, wann es in Rebstein und Marbach Probleme mit dem Swisscom-Netz gegeben hat: «Im Januar 2016 hatten wir in Marbach eine regionale Störung. In Rebstein gab es im Januar 2015 drei regionale Störungen, vergangenen November eine.» Dabei habe es sich allerdings um kleinere und kürzere Störungen gehandelt.