Mannschaft braucht neue Impulse

FUSSBALL. Nino Vrenezi und Christian Savoldelli treten als Trainer des FC Rebstein zurück. Dies ist nach Vrenezi primär auf private und berufliche Gründe zurückzuführen, der Headcoach nagt aber auch sichtlich an der aktuellen sportlichen Krise.

Remo Zollinger
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Im Juni des letzten Jahres war man noch guter Dinge: (von links) der nun zurückgetretene Trainer Nino Vrenezi, der nicht mehr beim FCR spielende Burim Mustafa, Spieler Valentino Tomasic sowie der nun ebenfalls zurückgetretene Assistenztrainer Christian Savoldelli. (Archivbild: Andrea Kobler)

Im Juni des letzten Jahres war man noch guter Dinge: (von links) der nun zurückgetretene Trainer Nino Vrenezi, der nicht mehr beim FCR spielende Burim Mustafa, Spieler Valentino Tomasic sowie der nun ebenfalls zurückgetretene Assistenztrainer Christian Savoldelli. (Archivbild: Andrea Kobler)

FUSSBALL. Gross war die Euphorie im Juni, als der FC Rebstein nach dem 4:0-Sieg in Schaan den Aufstieg fixierte. Diese frohe Stimmung ist nun aber einem grossen Kater gewichen: Rebstein tut sich schwer, sich in der zweiten Liga zu etablieren, hat erst vier Punkte auf seinem Konto und bekleidet den vorletzten Tabellenrang. Zur sportlichen Krise kommt nun der unerwartete Rücktritt des Trainerduos.

Privat, beruflich und sportlich

Ein nachdenklich, aber erleichtert wirkender Nino Vrenezi betont im Gespräch mehrfach, dass er nicht mehr mit hundert Prozent bei der Sache sein könnte. «Primär sind es private und berufliche Gründe, die mich zu diesem Entscheid führten», so Vrenezi, «aber natürlich ist auch die sportliche Situation ein Grund. Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft neue Impulse braucht, dass ich für diese Situation nicht mehr der Richtige bin.»

Es sei mehr eine Entscheidung für als gegen den Verein gewesen, das Amt niederzulegen: «Wenn ich nicht mit hundert Prozent dabei bin, kann ich das von der Mannschaft auch nicht erwarten. Der Verein ist mir sehr ans Herz gewachsen, weshalb es nicht fair gewesen wäre, so weiterzumachen.»

Kein Vergleich mit St. Margrethen

Angesichts der sportlichen Situation drängt sich ein Vergleich mit St. Margrethen vor zwei Jahren geradezu auf. Auch dort war Vrenezi mit seinem Team aufgestiegen, ehe er nach der Vorrunde zurücktrat. Nino Vrenezi, ein Mann der vor Problemen davonläuft? «Nein. Die Geschichten sind keineswegs vergleichbar, da die Entscheide auf komplett anderen Begründungen basieren», kontert Vrenezi die Frage, die er erwartet hatte. Er versteckt sich dann auch nicht hinter Ausreden und führt abermals die hundert Prozent ins Feld, die nicht mehr ganz vorhanden seien, um der aktuellen Aufgabe gerecht zu werden. Von der Qualität des Teams zeigt er sich weiterhin überzeugt.

Im Wechselbad der Gefühle

Die Entscheidung des Trainerduos stürzte den engagierten FCR-Präsidenten Hansueli Steiner in ein Wechselbad der Gefühle. In seinen Worten schwingt Enttäuschung mit, er hat aber auch grossen Respekt vor dem Entscheid. «Wenn sie zum Wohl der Mannschaft und des Vereins konsequent sind und zurücktreten, kann ich nur meinen Hut ziehen», sagt Steiner, «ich habe aber sehr aktiv versucht, die beiden zum Bleiben zu bewegen. Sie haben hier einen sehr guten Job gemacht und ich verliere sie nicht gerne.»

Feuerwehrmann Pius Seitz

Der FC Rebstein befindet sich in einer turbulenten Zeit – nicht nur sportlich, sondern auch personell. Der Trainerwechsel stellt den Verein vor eine grosse Herausforderung, wenngleich ein Feuerwehrmann für die letzten drei Spiele bereits gefunden werden konnte: Mit Pius Seitz übernimmt ein alter Bekannter die Geschicke der ersten Mannschaft. Allerdings nur bis zur Winterpause, dann wird Rebstein einen neuen Trainer suchen müssen. «Ich hätte das eigentlich nicht auch noch gebraucht», sagt Steiner, der aber betont, keinerlei Groll gegenüber Vrenezi und Savoldelli zu hegen.

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