Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Männer stehen in der «Ribel-Kuchi» für Frauen am Herd

Die Ribel-Kuchi feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum am Samstag mit geladenen Gästen. Ehrenpräsident Koni Ritter gehört dem Club kochender Männer seit 43 Jahren an. Er spricht über die Anfänge des Vereins und Kulinarik.
Monika von der Linden
Der Club kochender Männer nennt sich Ribel-Kuchi. Der Name erinnert an den Ribel-Anbau in Rebstein. (Bild: Archiv/Mareycke Frehner)

Der Club kochender Männer nennt sich Ribel-Kuchi. Der Name erinnert an den Ribel-Anbau in Rebstein. (Bild: Archiv/Mareycke Frehner)

Okonomiyaki – eine japanische Speise aus Spitzkohl mit Meeresfrüchten, angereichert mit eingelegtem Ingwer und gebacken wie eine Omelette.

Koni Ritter kennt das Gericht. Der Ehrenpräsident der Ribel-Kuchi – der Club der kochenden Männer in Rebstein – ist mit einer Japanerin verheiratet. Sie hat ihm kurz vor diesem Gespräch die Spezialität ihres Heimatlandes serviert.

Frauen haben in der Küche frei

Vor fünfzig Jahren war Kochen meist Sache der Frauen. Immer mehr entdeckten aber auch Männer ihre Freude an der Zubereitung feiner Speisen und gründeten Clubs, in denen ausschliesslich sie am Herd stehen durften.

Vor fünfzig Jahren, am 25. April 1969, hoben im Optikhaus in Heerbrugg gegen dreissig Hobbyköche den Club kochender Männer Rebstein aus der Taufe und wählten Oskar Rohner zu ihrem ersten Präsidenten.

Sie gaben sich den Namen Ribel-Kuchi und lehnten sich an das regionale und bis heut beliebte Maisgericht.

Sieben Jahre später stiess Koni Ritter zum Club hinzu. Als Gründungsmitglied warb sein älterer Bruder den jungen Hobbykoch an. Dieser war in Altstätten aufgewachsen und lebte in Rebstein. «Frauen haben in der Küche frei und die Männer kochen für sie», sagt Koni Ritter über sein Hobby, dem Genuss zu frönen – kulinarisch wie gesellschaftlich.

Zum 50-Jahr-Jubiläum hat Koni Ritter eine Festschrift verfasst. Darin schreibt der Ehrenpräsident, anfangs habe der Club so viele Mitglieder gehabt, dass sie sich in zwei Gruppen aufteilen mussten: In der Gruppe Frauentraum kochten jene Männer, die Frauen mit ihrer Kunst betören wollten. «Wir sind die Herren aller Köche», beschreibt der Ehrenpräsident das Selbstverständnis der Herrenköche. Den Damen schien es zu gefallen, bekocht zu werden. Sie belächelten die Hobbyköche nicht. «Im Gegenteil. Alle kamen, wenn wir gekocht hatten. Männer und Frauen. Es war ein Dorffest», sagt Koni Ritter. «Die Frauen schätzten es sehr, dass sie einmal nicht kochen mussten.»

Koni Ritter war Präsident des Clubs kochender Männer von 1985 bis 2000. Er beschreibt seine Freude, am Herd zu stehen und sich in Wettkämpfen zu messen mit befreundeten Clubs in der Region, der Schweiz und in Deutschland. Bis heute sind die Ribel-Köche Mitglied des zehn Jahre älteren Schweizer Clubs kochender Männer (SCKM).

Hausmannskost und internationale Küche

Die Hobbyköche der Ribel-Kuchi pflegten in den Anfangsjahren die Hausmannskost. «Heute schnuppern wir auch gern in anderen Ländern», sagt jener, der daheim regelmässig japanische Speisen zu schätzen weiss. «Die Küche ist auch deshalb internationaler geworden, weil wir heute auf alle Zutaten zugreifen können.» Dadurch sind die Rezepte vielfältiger geworden.

Gründungsmenü käme noch heute gut an

Zur Gründungsversammlung servierte man den Mitgliedern ein viergängiges Menü: Auf eine klare Ochsenschwanzsuppe en tasse folgte ein Eglifilet in Bierteig mit Sauce Tartar. Schweinscarré-Braten Männerart mit Gemüseplatte und Lorette-Kartoffeln bildeten den Hauptgang. Zum Dessert gab es frischen Fruchtsalat mit Maraschino. «Das könnten wir heute genau so kochen», sagt Koni Ritter. «Das Menü ist ein Klassiker und schmeckt immer.» Die ländliche, währschafte Küche liege heute ebenso im Trend wie die internationale. Beide Arten haben in der Ribel-Kuchi ihr eigenes Publikum unter den etwa dreissig Gastmitgliedern, die regelmässig gediegen bekocht werden.

Koni Ritter hat in mehreren Regionen der Schweiz gelebt. Nahezu allerorts hat er sich als Hobbykoch in Clubs engagiert. Vom SCKM erhielt er jüngst den Titel des Ehrenpräsidenten. Heute ist er pensioniert und lebt in Lachen am Zürichsee. Einmal pro Monat kommt er nach Rebstein und kocht als eines von zehn aktiven Mitgliedern in der Ribel-Kuchi.

Am Samstag nimmt Koni Ritter am Jubiläumsfest teil, zu dem der Verein unter Präsident Stefan Langenegger Freunde und Wegbegleiter eingeladen hat. Koni Ritter nennt einen Namen: Sepp Haas aus Rebstein. Er ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied. Um Nachwuchs macht sich der Ehrenpräsident keine Sorgen. «Wir haben einen gesunden Altersmix.»

Welches Menü am Samstag serviert wird, ist eine Überraschung für die geladenen Gäste.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.