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Mann schlägt brutal auf Frau ein

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen Mann, der eine Frau mit Schlägen verletzt hatte, zu sechs Monaten Haft verurteilt.
Reinhold Meier

Der schwere Zwischenfall ereignete sich vor gut zwei Jahren in einer Bar. Als der Laden gegen halb sechs Uhr morgens schloss, hielten sich ein stark betrunkener Mann sowie eine Dreiergruppe noch vor dem Eingang auf. Da fiel dem Mann ein, dass er noch ein bereits gezahltes Getränk zugut hatte und er verlangte erneut Einlass. Ein Türsteher verwehrte diesen aber und setzte schliesslich Pfefferspray gegen den Mann ein.

Die Dreiergruppe beobachtete das Geschehen zunächst aus sicherer Entfernung. Schliesslich entschied sich eine Frau aus der Gruppe, sich um den benebelten Mann zu kümmern. Als jener jedoch auf sie losgehen wollte, nahm sie ihn in den Schwitzkasten. Nachdem sie losgelassen hatte, ging sie zurück in die Gruppe, wohin ihr der Mann alsbald folgte. Nach kurzem Wortwechsel schlug er zunächst sie und kurz darauf eine weitere Frau.

Mit der Faust direkt ins Gesicht

Die zweite Frau fiel zu Boden, stand auf und erhielt erneut eine Faust direkt ins Gesicht, so heftig, dass es sie rückwärts gegen einen Zaun schlug. Auch gegen einen Mann aus der Gruppe erhob der Täter die Faust, dieser konnte jedoch ausweichen. Die Hauptgeschädigte erlitt einen Halswirbelbruch, eine Verletzung an der Bandscheibe und eine Gehirnerschütterung. Erst nach sechs Monaten konnte sie wieder arbeiten gehen.

Der Täter, aus Tunesien stammend, stand offenbar auch drei Tage später noch mächtig unter Dampf. Als er zur Einvernahme bei der Polizei erschien, verweigerte er jedenfalls eine Speichelprobe. Vier Beamte waren nötig, um diese schliesslich unter Zwang durchzuführen. Zwei Monate zuvor waren die Beamten bereits wegen häuslicher Gewalt gerufen worden. Im Ärger darüber hatte der Beschuldigte alle vier Pneus ihres Polizeiautos zerstochen.

Der Beschuldigte erklärte sich in Mels vor dem Kreisgericht bezüglich der Schäden an den Pneus und der Verweigerung der Speichelprobe schuldig. Das bedeutet, dass er die Sachbeschädigung und die Hinderung einer Amtshandlung eingestand. Zum Hauptvorwurf erklärte er sich jedoch wortreich für unschuldig. Er zeigte folglich auch keinerlei Reue und Einsicht, sondern wollte einen Freispruch.

«Versuchte schwere Körperverletzung»

Die Anklage hingegen ging von schwerer Körperverletzung aus und plädierte für 24 Monate Haft. Zudem sei eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 30 Franken fällig, dazu eine Busse von 700 Franken. Ferner solle eine bereits in anderer Sache gefällte bedingte Geldstrafe von 4500 Franken jetzt vollzogen werden.

Das Gericht sprach den Mann schuldig, jedoch nicht wegen schwerer Körperverletzung, sondern wegen des Versuchs dazu. Dazu verhängte es sechs Monate Haft und weitere zwölf Monate bedingt, die Probezeit beträgt vier Jahre.

Sonst folgte das Strafmass den Anträgen der Anklage. Dazu werden 5000 Franken an Genugtuung für das Opfer fällig. Zur Begründung hiess es, die Schläge selbst gälten zwar als erwiesen, jedoch erfüllten deren Folgen nicht die hohen Massstäbe der schweren Körperverletzung.

So bitter die Verletzung für das Opfer sei, so habe doch weder akute Lebensgefahr bestanden, noch sei ein dauerhafter schwerer Schaden eingetreten. Andererseits nehme jemand, der zweimal geradeaus mit der Faust ins Gesicht schlage, eine schwere Körperverletzung in Kauf.

Deshalb sei hier der Versuch zu bestrafen. Der Verurteilte war wegen anderer Ausraster, Renitenz und häuslicher Gewalt bereits mehrfach vorbestraft. Das Migrationsamt hatte deshalb bereits vorab seine Ausweisung verfügt. Auch wenn der Täter dagegen noch opponiert, ist kaum davon auszugehen, dass das jüngste Urteil zu seinen Gunsten in die Waagschale fällt.

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