Management kauft Hohl AG

ALTSTÄTTEN. Mangels Nachfolger in der eigenen Familie verkauft der Altstätter Unternehmer Anton Wehrle sein Transport- und Logistikunternehmen Hohl AG im Rahmen eines Management-Buy-outs an fünf Mitglieder des Kaders.

Angelika Rieger
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Anton Wehrle (Mitte) verkauft sein Transportunternehmen, die Hohl AG, an die Kadermitglieder Franz Dörig, Alexander Gstader, Anneliese Lang, Evelina Schumacher und Domenico Albanese (von links). Rolf Schumacher (Zweiter von rechts) bleibt Betriebsleiter. (Bild: Angelika Rieger)

Anton Wehrle (Mitte) verkauft sein Transportunternehmen, die Hohl AG, an die Kadermitglieder Franz Dörig, Alexander Gstader, Anneliese Lang, Evelina Schumacher und Domenico Albanese (von links). Rolf Schumacher (Zweiter von rechts) bleibt Betriebsleiter. (Bild: Angelika Rieger)

Mit dem Verkauf an die teils langjährigen Kadermitglieder der Hohl AG, Franz Dörig, Domenico Albanese, Alexander Gstader, Anneliese Lang und Evelina Schumacher, wurde für den Fortbestand des vor mehr als 30 Jahren gegründeten mittelständischen Unternehmens eine sozialistische Lösung gefunden. «Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitenden», erklärte Franz Dörig, der die neuen Besitzer repräsentiert. «Und wir sowie die Mitarbeitenden können weiterhin dort arbeiten.» Die Mitarbeitenden der Hohl AG und ihrer Tochterfirmen wurden gestern über den Besitzerwechsel informiert. Gleichzeitig erfolgte die Information der Partner und Kunden.

Bewährte Strategie

Die Übernahme der Hohl AG durch die fünf Kadermitglieder erfolgt rückwirkend per 1. Januar 2011. Die entsprechenden Verträge wurden vor Ostern unterzeichnet. Die neuen Besitzer der Hohl AG haben für die Übernahme zusammen die STL Speditions Holding AG gegründet, die in den nächsten Wochen ins Handelsregister eingetragen werden wird. Mit der Leitung der Hohl AG haben die neuen Besitzer den bisherigen Betriebsleiter Rolf Schumacher beauftragt. Der alte und zugleich neue operative Leiter hat den Auftrag, die Hohl AG als Spediteur mit eigener Transportabteilung und Lager-/Logistikdienstleistungen zu positionieren und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Die Hohl AG wird sich künftig auf die Geschäftsfelder Transport (Schweiz, Italien, Deutschland und Benelux mit eigenen Fahrzeugen und Vertragsfahrern), Spedition (West- und Osteuropa) und Lager (2500 Palettenplätze am Hauptsitz in Altstätten) konzentrieren. Die Strategie der Hohl AG, die auf verschiedenen Erfolgsfaktoren basiert, wird dabei beibehalten. «Man muss flexibel reagieren und auf Nischenprodukte setzen», erklärte Franz Dörig. Ausserdem gelte es, mit Serviceleistungen zu punkten. Bewährt habe sich die Nähe zum Kunden und die regionale Wertschöpfung, fügte Alexander Gstader hinzu.

Rückzug in Raten

«Der Verkauf an die Kadermitglieder ist eine ideale Lösung und ein guter Weg, mich Schritt für Schritt aus der Geschäftsleitung zurückzuziehen», erklärte Anton Wehrle, der sich schon seit längerer Zeit mit der Regelung seiner Nachfolge beschäftigt. Im Rahmen einer ersten Massnahme passte der 62-Jährige vor einem Jahr die internen Strukturen an und übergab die Betriebsleitung an den 55-jährigen Solothurner Rolf Schumacher, der seit 2009 bei der Hohl AG den Verkauf leitete. Schumacher ist seit über 30 Jahren in der Transportbranche tätig und gilt als erfahrener und ausgewiesener Fachmann für das Transport- und Logistikwesen.

Weiterhin aktiv

Als zweiter Schritt des Rückzugs von Anton Wehrle aus der Hohl AG erfolgt nun der Verkauf an die Kadermitglieder. «Die Mitarbeitenden kennen das Unternehmen teils wie die eigene Westentasche», so Wehrle. Für ihn stand nie zur Debatte, das Unternehmen in fremde Hände zu geben. Wehrle wird sich nicht ganz aus dem Geschäftsleben zurückziehen. Er widmet sich künftig mit seiner Weto AG dem Handel (Import/Export) mit Natursteinen.