«Man sollte es als Chance sehen»

ALTSTÄTTEN. 1100 Unterschriften für eine autofreie Marktgasse überreichte das Initiativkomitee gestern dem Stadtpräsidenten: 850 auf Initiativbögen und 250 weitere von in Altstätten nicht Stimmberechtigten als Bittschrift.

Max Tinner
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Hübsch verpackt, frohgemut überreicht: Stadtschreiberin und Stadtpräsident nehmen vom Komitee der Initiative für eine autofreie Marktgasse die gesammelten Unterschriften in Empfang. Von links: Yvonne Müller, Ruedi Mattle; Toni Studach, Marta Büchler, Luisemarie Graf, Alfred Ritz. (Bild: Max Tinner)

Hübsch verpackt, frohgemut überreicht: Stadtschreiberin und Stadtpräsident nehmen vom Komitee der Initiative für eine autofreie Marktgasse die gesammelten Unterschriften in Empfang. Von links: Yvonne Müller, Ruedi Mattle; Toni Studach, Marta Büchler, Luisemarie Graf, Alfred Ritz. (Bild: Max Tinner)

Hausieren gehen mussten die Initianten nicht. Schon nach den ersten Standaktionen hatten sie 500 Unterschriften beisammen. So viele sind in Altstätten für das Zustandekommen einer Gemeindeinitiative nötig. Es ist dies das erste Mal, dass in Altstätten dieses demokratische Mittel genutzt wird, das überhaupt erst mit der neuen, seit 2013 gültigen Gemeindeordnung möglich wurde.

Bei 500 Unterschriften liess das Initiativkomitee es dennoch nicht bewenden. Zuletzt hatten um die 850 von momentan 6815 Stimmberechtigten unterschrieben und darüber hinaus 250 in Altstätten nicht Stimmberechtigte die zusätzlich aufgelegten Petitionsbögen. Gestern übergab das Komitee die Unterschriftenbögen sichtlich gut gelaunt der Stadt.

In Altstätten werde zurzeit dermassen in die Höhe und in die Breite gebaut, dass auch eine Entwicklung in die Tiefe hinein, in die Qualität, nötig sei, sagte Toni Studach im Namen des Komitees. Den Verkehr aus der Marktgasse auszusperren, wäre für ihn eine Massnahme, die Altstätten mehr Lebensqualität brächte. «Das sollte man als Chance sehen», meint er.

Neu ist die Idee nicht: Die autofreie Marktgasse habe er der Igea, der Interessengemeinschaft der Fachgeschäfte im Städtli, bereits in den 1980er-Jahren an einer HV vorgeschlagen, sagt Alfred Ritz, früherer Geschäftsführer der Locher AG, die damals in der Marktgasse noch ein Haushaltgeräte- und Eisenwarengeschäft führte. Die Versammlung habe empört reagiert.

Das tun auch heute noch viele Geschäftsinhaber im Städtli. Sie wehren sich mit einem Rekurs beim Kanton gegen den Entscheid des Stadtrats, die Initiative für zulässig zu erklären. Entschieden ist er noch nicht. Es werden noch Stellungnahmen und Gegenstellungnahmen eingeholt. Momentan sind gerade die Stadt und das Initiativkomitee wieder am Zug. Vorderhand könne die Stadt erst die Unterschriften prüfen, sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle. Als zustande gekommen kann der Stadtrat die Initiative aber erst erklären, wenn der Kanton den Rekurs abgewiesen hat. Damit bleibt vorderhand offen, ob Altstättens Stimmbürger überhaupt an der Urne ihre Meinung zu einer autofreien Marktgasse werden kundtun dürfen.