Magd sucht Eier und findet Geld

KOBELWALD. Gleich zweimal konnte der Bauernbund Oberriet in vollbesetzter Mehrzweckhalle die Unterhaltungsabende durchführen. Gesang, Musik und ein Lustspiel begeisterten das dankbare Publikum.

Rösli Zeller
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Magd Beth und Knecht Ueli als Hinterlassene auf dem Geissbühlhof. (Bild: unknown)

Magd Beth und Knecht Ueli als Hinterlassene auf dem Geissbühlhof. (Bild: unknown)

Hunderte von Besuchern kamen nach Kobelwald, um ein paar gemütliche, humorvolle und abwechslungsreiche Stunden zu erleben. Im ersten Teil trat der 1937 gegründete Jodlerclub Alpeblueme aus Herisau unter der Leitung von Bruno Inauen auf. In zwei Blocks boten die Sänger Jodellieder, Rugguseli, Zäuerli, «Schölle schötte» und «Taler schwingen». Das gepflegte Appenzeller Liedgut kam an und löste mächtig Freude aus. Die Appenzeller Jodler waren für eine weitere Überraschung bereit. Als «Ehrenveteranen» trugen sie tanzend den Song «Manhattan» vor. Leandra Inauen bereicherte das Programm mit Hackbrett-Einlagen.

«'s Knechtli und 's Mägdli»

Eine prächtig aufgebaute Kulisse, im Hintergrund alte Scheunenwände, das mächtige Dorfbild von Kobelwald und ein plätschernder Brunnen hatten die Theater-Verantwortlichen aufgebaut. Das Lustspiel in einem Akt «'s Knechtli und 's Mägdli» von Josef Brun führte die Bauernbund-Theatergruppe auf. Der alte, ledige und nicht besonders arbeitsfreudige Geissbühl-Bauer hinterliess nach seinem Ableben Magd Beth (Tanja Heeb), Knecht Ueli (Werner Heeb) und Schulden. Es war zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Kaum war der Bauer unter dem Boden, interessierten sich die Romanautorin Heidi Spieler (Karin De Cillia) sowie das Künstlerpaar Luzia Vögeli (Jael Bösch) und Lukas Birnbaum (Hanspeter Heeb) für das kleine Heimwesen. Die Kauflustigen mussten sich bewusst sein, dass zum Inventar auch das Knechtli und das Mägdli gehören, beide nicht mit Arbeitseifer ausgestattet. Beth, eine resolute, aber auch zärtliche Frau mit einem Komplex gegen Männer, die aber trotzdem nicht ohne sie leben kann. Ueli, mit dem sie täglich zu tun hat, ist kein Draufgänger und will von Heirat nichts wissen. Aber er wird je länger, je mehr von der Magd umgarnt.

Magd und Knecht fusionieren

Jael, die mit Lukas als Kaufinteressierte auf dem Hof eintrifft, ist genauso wie Lukas ein Aussteigertyp und lebt in ihrer eigenen Welt. Lukas, der Maler, fühlt sich als der grosse Künstler. Die eingebildete Romanautorin Heidi überrascht den in der Zwischenzeit auf den Hof gekommenen Gemeindeammann (Stefan Kobler) mit einem guten Mundwerk und benimmt sich als verführerische Heiratsvermittlerin. Der Respekt Ausstrahlende schaut, dass der Verkauf seinen rechten Lauf nimmt. Das Künstlerpaar hat nicht die flüssigen Mittel bereit und der Romautorin fliesst der Erfolg nicht zu. Beth findet im Heu anstatt Hühnereiern eine Schachtel mit Geld und ein Testament. Der Geissbühler hatte zwar eine Menge Schulden, aber für sein Knechtli und sein Mägdli weise vorgesorgt. 200 000 Franken hatte er samt Testament im Heu versteckt. Beth wusste sich mit einer Lüge zu behelfen, um das unversteuerte Geld als eine Erbschaft von einem in Afrika verstorbenen Onkel zu deklarieren. Damit konnten Beth und Ueli nicht nur das Heimetli kaufen, sondern gleich noch «fusionieren», nämlich endlich heiraten. Mit dem Zillertaler Hochzeitsmarsch wurde das Glück besiegelt.

Musik konnte auch nach der Theateraufführung noch genossen werden. Die «Almfetzer» spielten zum Tanze auf.

Der Jodlerclub Alpeblueme aus Herisau bereicherte die Unterhaltung. (Bild: unknown)

Der Jodlerclub Alpeblueme aus Herisau bereicherte die Unterhaltung. (Bild: unknown)

Mit dem Zillertaler Hochzeitsmarsch wurde die «Fusion» besiegelt. (Bilder: Rösli Zeller)

Mit dem Zillertaler Hochzeitsmarsch wurde die «Fusion» besiegelt. (Bilder: Rösli Zeller)