Männerchor Widnau wurde 150 Jahre alt

Widnau «Männer mag man eben …» war das Motto der Matinee des Männerchors Widnau. Gleichzeitig feierte der Chor seinen 150. Geburtstag. Als Höhepunkt der Matinee trat der junge, vielseitige Hitziger Appenzeller Chor auf.

Theodor Looser
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Zum Abschluss sangen der Männerchor Widnau und der Hitziger Chor gemeinsam. (Bild: Theodor Looser)

Zum Abschluss sangen der Männerchor Widnau und der Hitziger Chor gemeinsam. (Bild: Theodor Looser)

Theodor Looser

Mit einem abwechslungsreichen Programm wurde das 150-Jahr-Jubiläum des Männerchors Widnau gefeiert. Es dirigierte Rainer Moosburger, Franz Canaval begleitete am Klavier, Carlo Lorenzi war für die rhythmische Begleitung zuständig. Spezial-Gast war, appenzellisch eingefärbt, groovy aufgepeppt und würzig abgeschmeckt, der Hitziger Chor aus Appenzell, dirigiert von Raphael Holenstein.

Rainer Moosburgers letzter Auftritt

Im 19. Jahrhundert, als der volkstümliche Männergesang mächtig aufblühte, wurde auch in Widnau 1867 die Gründung eines Gesangsvereines in die Wege geleitet. «Da gäbe es viel zu berichten, von tatkräftigen Männern, die sich auch vor Vorstandsarbeit nicht gedrückt haben, von frohen Stunden mit Gesang, und auch von schweisstreibenden Proben und erfolgreichen Auftritten», schrieb dazu Esther Kuster vom Kantonalverband in einer Grussbotschaft in der Festschrift. Viele verschiedene Dirigenten haben in diesen 150 Jahren den Chor geprägt. Seit 2009 dirigierte Rainer Moosburger den Männerchor Widnau, diese Jubiläumsmatinee war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Carlo Lorenzi am Schlagzeug eröffnete die Matinee mit subtilen Rhythmen, der Männerchor Widnau folgte gleich mit dem ersten Lied «Wochenend und Sonnenschein». Präsident Urs Buschor begrüsste das Publikum und lud es ein, sogleich für das Geburtstagskind «Happy Birthday» mit anzustimmen. Mit «Veronika, der Lenz ist da» ging es weiter, dann einem ungarischen Tanz von Johannes Brahms, dem bekannten russischen Lied «Kalinka», alles humorvoll angesagt und gewürzt. «Männer mag man eben», speziell solche wie die Mitglieder des Männerchors. Daher wurde der Titel dieses Liedes auch zum Motto der Jubiläums-Matinee. An dieser Stelle gab es auch viel Lob für den Dirigenten Rainer Moosburger. Mit dem ­rockigen und schmissigen Titel «Barbar’Ann» ging es dann in die kurze Pause.

Fetziger Auftritt des Hitziger Chors

Angesagt war nun als absoluter Augen- und Ohrenschmaus der Hitziger Chor, neun junge Leute aus dem Appenzellischen, die mit Ausschnitten aus ihrem neuen Programm «Joli – zwo» dem Publikum tüchtig einheizten. Vor­getragen wurden Lieder, Tänze, Sketches und auch Gesellschaftskritik in verschiedenen Sprachen, eine Comedy-Show mit Slapstick-Einlagen, vornehmlich aus den Kanton Appenzell Innerrhoden, aber auch aus Spanien und anderen Herren Ländern. Es gab immer viel zu lachen und auch sehr viel Applaus. Das Publikum war wie elektrisiert, konnte nicht genug bekommen.

Zum Abschluss der zweistündigen Matinee sang der Männerchor gemeinsam mit den «Hitzigern» zuerst das von Raphael Holenstein arrangierte «Rivers of Babylon», dann «Oh happy Day» als Referenz für diesen tollen Tag. Vom Publikum gab es Standing Ovations.