Mädchen sind anders, Buben aber auch

ALTSTÄTTEN. Für die Altstätter Sechstklässler war am Montag nicht normaler Schulalltag. Das Sexualpädagogik-Team love.li gestaltete mit ihnen einen ganztägigen sexualpädagogischen Workshop zum Themenkreis Mädchen, Knaben und die Pubertät.

Max Pflüger
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Lustige Übungen und Bewegungsspiele, zum Beispiel zum Thema «Wie kräftig können Mädchen sein?», lockerten den Workshop auf und kamen bei den Mädchen und Buben gut an. (Bild: Max Pflüger)

Lustige Übungen und Bewegungsspiele, zum Beispiel zum Thema «Wie kräftig können Mädchen sein?», lockerten den Workshop auf und kamen bei den Mädchen und Buben gut an. (Bild: Max Pflüger)

ALTSTÄTTEN. Für die Altstätter Sechstklässler war am Montag nicht normaler Schulalltag. Das Sexualpädagogik-Team love.li gestaltete mit ihnen einen ganztägigen sexualpädagogischen Workshop zum Themenkreis Mädchen, Knaben und die Pubertät.

Love.li ist das Sexualpädagogik-Expertenteam der Beratungsstelle schwanger.li und agiert im ganzen Rheintal beidseits des Rheins, in Liechtenstein, in Vorarlberg und im St. Galler Rheintal. Schon seit zwei Jahren machten Altstätter Mittelstufenlehrkräfte gute Erfahrungen mit dem Workshop. Am Montag wurde der Sexualkundeunterricht mit den Fachkräften Judith Schelling und Markus Schmid in den beiden Klassen im Schulhaus Bild angeboten.

Grosse Veränderungen

Pubertät ist die Zeit der grossen Veränderungen. Darauf vorbereiten, die Schülerinnen und Schüler selbständig und fit machen für diesen körperlichen und vor allem auch seelischen Kraftakt, das sind die Anliegen des ganztägigen Workshops «Mädchen sind anders, Jungen auch». Gearbeitet wurde am Montag im Frontalunterricht, in Unterrichtsgesprächen und mit viel Bewegung in der Partner- und Gruppenarbeit. Einzelne Einheiten wurden in der Gesamtklasse behandelt, andere in geschlechtergetrennten Gruppen. Die Schüler erfuhren Sexualität umfassend, lernten sich und ihre eigenen Wünsche und Grenzen kennen und mit ihren Gefühlen umgehen. Liebe und Hygiene, Charaktereigenschaften und Identitätsfindung, all das waren die Themen im Umfeld der Sexualität. Im Unterricht begegneten die beiden Sexualpädagogen den Kindern offen, aber altersgerecht. Behutsam näherten sie sich den Kindern und holten sie da ab, wo sie mit ihrem bisherigen Wissen und ihren Fragen standen. Es gelang ihnen, schnell ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Die ungezwungene und tabufreie Atmosphäre war in der Mädchengruppe eher ruhig, während es bei den Knaben doch recht lebhaft zuging. Da durfte hin und wieder auch ein witziger Spruch fallen.

Vor- und Nachbereitung

Die Schülerinnen und Schüler waren auf den Besuch der Sexualpädagogen einigermassen vorbereitet: «Wir haben den Stoff als Einstieg anhand eines Textes kurz andiskutiert. Eigentlichen Sexualkunde-Unterricht mit Arbeitsblättern habe ich im meiner 6. Klasse jedoch noch keinen durchgeführt», sagte der Sechstklasslehrer Fredi Frei. Auch die Eltern wurden an einem Elternabend über das Vorhaben, auch über die Begleitung durch einen Vertreter der Presse, orientiert. Wie weiter nach dem Workshop? Frei: «Vorerst bin ich gespannt, welches Feedback ich morgen von den Schülern erhalte.» Genaue Unterrichtspläne für die Weiterführung hat er noch nicht. Wenn die Schüler noch Fragen haben oder sich betroffen zeigen, werde er am Ball bleiben. Wenn es für sie aber so gut ist, werde er den Sexualkundeunterricht erst einmal ruhen lassen.

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