«Madlen» stellt neues Konzept vor

HEERBRUGG. Der Anbau des Kinotheaters Madlen ist die augenfälligste Neuerung, nicht aber die einzige. Die Konzerte, die bisher in der Schlossremise stattfanden, gehen künftig über die «Madlen»-Bühne: «Blues im Madlen» und «KulturBrugg».

Monika von der Linden
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«Blues im Madlen»: Für den Nachfolgeanlass der Blues- und Jazztage demontieren Pascal (links) und Aldo Zäch die Bestuhlung im Kinosaal. Er findet im Juni erstmals im «Madlen» und nicht mehr in der Remise vom Schloss Heerbrugg statt. (Bild: Monika von der Linden)

«Blues im Madlen»: Für den Nachfolgeanlass der Blues- und Jazztage demontieren Pascal (links) und Aldo Zäch die Bestuhlung im Kinosaal. Er findet im Juni erstmals im «Madlen» und nicht mehr in der Remise vom Schloss Heerbrugg statt. (Bild: Monika von der Linden)

Die Meldung kam letzten September wie aus heiterem Himmel: Die Schlosskonzerte sowie die Blues- und Jazztage finden nicht mehr statt. Schon damals war klar, die Konzertveranstaltungen sollten nicht ersatzlos verschwinden.

Wie aber würde die Lücke geschlossen werden?

Nun ist es bekannt. Das «Madlen»-Team hat ein neues Konzept erarbeitet, in dem Blues und Klassik einen nach wie vor hohen Stellenwert haben. Wichtigste Neuerung: Die Bühne wird nicht mehr in der Schlossremise stehen, sondern im Kinotheater. «Wir holen beide Konzertreihen in die Heimat und integrieren sie sie ins <Madlen>», sagt Aldo Zäch.

Pascal Zäch hat die gleiche Vision wie sein Vater. Er möchte das Kinotheater zu einem Kulturzentrum entwickeln. Das Angebot wurde in den vergangenen fünfzehn Jahren immer grösser. Das Platzangebot wuchs aber bisher nicht mit, was sich mit dem Erweiterungsbau ändert. Er wird voraussichtlich im August eröffnet.

Da liegt es nahe, die durch den Wegfall der Schlosskonzerte (nach zehn Jahren) und der Blues- und Jasstage (nach fünf Jahren) entstandene Lücke mit redimensionierten Anlässen im «Madlen» zu schliessen. Neu heissen die Konzertreihen: «Blues im Madlen» und «KulturBrugg Stars und Talente».

Blues und Soul im Juni

Einer der Faktoren, die zum Ende der Blues- und Jazztage führten, war das beim Publikum eher geringe Interesse an Jazz. Deshalb beschränkt sich das Angebot an den drei Abenden im Juni auf Blues und Soul.

Schon in der Schlossremise hat sich gezeigt, das Publikum möchte nicht ruhig sitzen. Es will sich frei bewegen können und vor der Bühne tanzen. «Deshalb kommen die Stühle raus», sagt Pascal Zäch. Hinten bleiben zwei Reihen stehen – in der Nähe der Bar. Sie wird in der Loge eingerichtet. «So kann man Getränke im Sitzen und an Stehtischen geniessen, ohne das Konzert verlassen zu müssen.

«Es ist das erste Mal seit 1948, dass man den Kinosaal in einem neuen Look öffnet», sagt Aldo Zäch. «Weitere bluesige Akzente werden hoffentlich ein Wow bei unseren Gästen auslösen», sagt Pascal Zäch. Und vom Balkon aus lässt sich das ganze Treiben beobachten.

Vater und Sohn Zäch freuen sich besonders auf den Sound. Von Künstlern und Technikern bekamen sie immer wieder die Rückmeldung, die Akustik sei phantastisch, trage jeden Ton bis in die hinterste Ecke.

Wer auf der Bühne stehen wird, sagt Pascal Zäch noch nicht. «An einem Abend gehört die Bühne den Frauen und an einem anderen den Männer.», verrät er. «Das heisst nicht, dass das jeweils andere Geschlecht im Publikum ausgeschlossen ist», ergänzt Aldo Zäch.

KulturBrugg: Ein Wortspiel

Der Titel der Schlosskonzert- Nachfolge «KulturBrugg Stars und Talente» lässt Spielraum für Interpretationen. Natürlich deutet er auf den Standort des «Madlens», auf Heerbrugg. Genauso wie beim Dorf steht der Name auch für eine Einladung: «Komm her über die Brücke!» oder «Komm über die Brücke ins Madlen!».

«Wir wollen Brücken zur Bevölkerung schlagen», sagt Pascal Zäch. «Und so Verbindungen zu bekannten Künstlern, jungen Talenten, Kulturpartnern und Nachbarn schaffen.»

In die neu konzipierte Konzertreihe wird bereits das erweiterte Gastroangebot eingebunden. «Wir schlagen eine Brücke zwischen Alt und Neu.» Musikgenuss im altehrwürdigen und kulinarischer Genuss im kunstvollen Kulturbau.

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