Luxus-Stall im Wohngebiet

An der Widnauer Rheinstrasse entstand auf einem Grundstück der Gemeinde ein luxuriöser Vorzeige-Stall – dank der Initiative einer Anwohnerin.

René Schneider
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Margareta Bürge vor ihrem luxuriösen Geissenstall mit Einliegerwohnung für die Hühner. (Bild: René Schneider)

Margareta Bürge vor ihrem luxuriösen Geissenstall mit Einliegerwohnung für die Hühner. (Bild: René Schneider)

Widnau. Das etwa 60 Aren grosse freie Grundstück mitten im überbauten Gebiet gehört der Politischen Gemeinde. Ende der 1960er-Jahre war es vom Gemeinderat dem Kanton im Wettbewerb mit Au-Heerbrugg als Standort für die Rheintaler Kantonsschule empfohlen worden. Die Kantonsschule wird aktuell renoviert, aber das schöne Grundstück an der Rheinstrasse ist noch immer nicht überbaut. Es war zuletzt an einen Klein- und Hobbybauern verpachtet gewesen, und als dieser sich altershalber entlasten wollte, bewarb sich Anwohnerin und Marketing-Frau Margareta Bürge Alge um die Pacht. Im Hauptberuf betreut sie von Widnau aus die Webseiten eines internationalen Konzerns. «Ich wollte schon immer etwas näher an der Natur leben, mit Tieren», lacht sie. Darum habe sie sich bei der Gemeinde als neue Pächterin beworben und vom Vorgänger auch den Tierbestand übernommen.

Weil Ehemann Peter Alge auf Materialbestände des ehemaligen Metallbau-Unternehmens Alge zurückgreifen konnte, fiel der neue Stall für die sechs Geissen und ebenso vielen Hühner etwas luxuriöser aus als üblich: Nach Süden (und Richtung Wohnhaus der Pächterin), verfügt der Stall über zwei voll verglaste Balkon-Schiebetüren und eine grosszügige Terrasse, auf der die Tiere auch bei Schlechtwetter fast trockenen Fusses im Freien stehen können. Von der Rheinstrasse aus zeigt sich der Stall als unscheinbarer Schopf mit einem Vorbau für Futtervorräte. Seine wahren Qualitäten zeigen sich nur auf der Südseite und vor allem in Details. Planerin Margareta Bürge legte Wert auf Funktionalität und einfache Abläufe. So gibt es im Stall eine aufklappbare und somit platzsparende Krippe zur Fütterung der Geissen. Die Hühner haben seitlich des Stalles einen eigenen Aufgang zu ihrer «Einliegerwohnung», einem galerieartigen Stall im Stall weit über der Kopfhöhe der Geissen; mit einer für die Hühner komfortablen und für die Hobby-Bäuerin gut zugänglichen Eier-Sammelstelle. Selbstredend, dass auch zum Futter-Raum eine solide Glastür mit Metallrahmen führt.

Der Stall, in Element-Bauweise ausgeführt, könnte jederzeit zerlegt und anderswo wieder aufgebaut werden. Falls die Gemeinde ihr Grundstück dereinst doch noch überbauen wollen sollte.

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