Lienz nicht vernachlässigen

Am Mittwoch besuchten die Stadtratskandidaten der CVP (Andreas Broger und Patrik Haldner), der FDP (Toni Loher und Reto Walser) sowie der SVP (Hans Städler) Lienz. Es fand ein offener Gedankenaustausch mit der ortsansässigen Bevölkerung statt.

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Am Mittwoch besuchten die Stadtratskandidaten der CVP (Andreas Broger und Patrik Haldner), der FDP (Toni Loher und Reto Walser) sowie der SVP (Hans Städler) Lienz. Es fand ein offener Gedankenaustausch mit der ortsansässigen Bevölkerung statt.

Einen zentralen Punkt der Diskussionen bildete die Kommunikation zwischen Altstätten und Lienz. Diese müsse intensiviert und vertieft werden, nicht nur von Behörde zu Behörde, sondern auch mit den Einwohnern, hiess es. Dies sei aber keine Einbahnstrasse, sondern von allen Seiten sowohl eine Hol- wie eine Bringschuld.

Gefahr durch Bach, Berg besser vermarkten

Als hohes Sicherheitsrisiko wurde der Lienzer Bach ins Gespräch gebracht. Verschiedene Sprechende sind der Ansicht, der Altstätter Stadtrat schenke diesem Gefahrenpotenzial – trotz vorliegender Beurteilung durch Fachleute – zu wenig und vor allem nicht rasch genug Beachtung. Bemängelt wird, dass der dringend nötige Unterhalt vernachlässigt werde. Im Fall eines Starkregens könne dies verheerende Folgen für das Dorf Lienz haben. Die Stadträte Broger und Walser sicherten zu, den Fall rasch aufzugreifen. Walser erklärt ferner, dass die Sanierungsarbeiten in den kommenden zwei Jahren an die Hand genommen und umgesetzt werden müssen.

Berechtigte Fragen stellen die Lienzer auch zur Entwicklung ihres Dorfes, als Wohnort mit wenig Gewerbe und Industrie sowie ohne Post, Bank und Einkaufsmöglichkeiten. Hier bestehe Handlungsbedarf, abgestimmt zwischen der öffentlichen Hand und privater Eigeninitiative. Letztere dürfe nicht durch unnötige Auflagen behindert werden.

Der Wunsch nach der Beibehaltung der eigenen Schulgemeinde ist unüberhörbar. Der Lienzer Auftritt am Städtlifest von Ende August wird allseitig als positiver Punkt vermerkt. Übereinstimmend sind die Anwesenden der Ansicht, dass man den Hohen Kasten, als höchsten Punkt der Stadt und markanten Aussichtsberg im Alpstein, für Altstätten besser vermarkten müsste.

Die bürgerlichen Kandidaten sicherten zu, dass sie die Anliegen von Lienz, wie auch diejenigen der Aussengemeinden Lüchingen, Hinterforst, Hub und Plona sowie der Berggebiete sehr ernst nehmen. Sie stehen dafür ein, dass deren Anregungen und Wünsche durch die Verwaltung und die Behörden innert nützlicher Frist geprüft und auch rasch schlüssig beantwortet werden.

Wenige Einwohner, aber viel Fläche

Der Anlass gab den Lienzern Gelegenheit, ihren Ortsteil positiv in Erinnerung zu rufen: Nur dank der Enklave Lienz hat Altstätten den Hohen Kasten (1793 m ü. M.) als höchsten Punkt und den Rhein mit dem Werdenberger Binnenkanal auf Stadtgebiet. Gleichzeitig besitzt Altstätten dadurch ein Stück Aussengrenze und sogar eine eigene Rheinbrücke. Mit den Ortsteilen Plona und Oberbüchel zusammengerechnet, leben in Lienz um die 450 Einwohner, und dies auf einem Gebiet von gut acht Quadratkilometern. Das sind zwar nur 4% der Bevölkerung, aber 20% der Grundfläche Altstättens. Die selbständige Primarschulgemeinde gehört zu den kleinsten im ganzen Kanton. (pa)