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LIENZ: 50 Jahre, nachdem der Bach kam

1967 hat ein Unwetter das Dorf verwüstet. Den Jahrestag nahmen Rhode und Dorfgemeinschaft zum Anlass für eine Gedenkfeier. Über 200 kamen – viel mehr, als man erwartet hatte.
50 Jahre nach dem Ereignis hat man es zwar lustig miteinander und geniesst das Konzert der Musikgesellschaft Rüthi. Manchen, die bei dem Unwetter dabei waren, und das sind doch nicht wenige, wurde es angesichts der Bilder von damals aber vielleicht doch ein wenig unwohl. (Bild: Max Tinner)

50 Jahre nach dem Ereignis hat man es zwar lustig miteinander und geniesst das Konzert der Musikgesellschaft Rüthi. Manchen, die bei dem Unwetter dabei waren, und das sind doch nicht wenige, wurde es angesichts der Bilder von damals aber vielleicht doch ein wenig unwohl. (Bild: Max Tinner)

Wer heute so zwischen 70 und 90 Jahre alt ist, hat 1967 womöglich in Lienz geholfen, noch Schlimmeres zu verhindern – oder war sogar selbst vom Unwetter betroffen, das damals das Dorf verwüstete. Gestern, fast auf die Stunde 50 Jahre später, kam man in der Turnhalle zusammen, um an das Ereignis zu erinnern. Eine Ausstellung mit Fotos und Zeitungsberichten veranschaulichte das schier Unvorstellbare von damals. Noch mehr taten es die in der verdunkelten Turnhalle auf Grossleinwand projizierten Bilder, die Hans Göldi sel. aus Sennwald aufgenommen hatte.

Rhodmeister Andreas Göldi zitierte aus dem Lienzer Buch, in dem beschrieben ist, wie der Lienzbach damals nach einem Wolkenbruch über die Ufer trat und als bis zu drei Meter hohe Rüfe seinen Weg mitten durchs Dorf suchte. Die Lienzer rannten um ihr Leben, einige Tiere in Ställen ertranken oder wurden von Steinen, die das Wasser mitführte, erschlagen. Zwar gab es während des Unwetters selbst keine Todesopfer. Allerdings verstarb eine 80-jährige Frau später im Spital an den Folgen der erlittenen Strapazen. Ihr Haus war von den Geröllmassen eingeschlossen, und die Feuerwehr hatte sie gerade noch bergen können, bevor sie in der eigenen Stube ertrunken wäre. Nach dem Unwetter standen einige Häuser bis unters Dach im Bachschutt. Einige Familien verloren ihr ganzes Hab und Gut.

Für Lienz sei der 3. Juli 1967 ein schwarzer Tag gewesen, meinte Hans Städler, der an der gestrigen Gedenkfeier den Stadtrat Altstätten vertrat. Als ehemaliger Feuerwehrkommandant von Altstätten, der in den letzten Jahren selbst mehrere Unwettereinsätze geleitet hat, weiss er nur zu gut, welche unbändige Kraft ein Wildbach wie der Lienzbach entwickeln kann. «Ich kann nachfühlen, was die Leute mitmachten», meinte er denn auch.

Nach jenem Unwetter hat man die bereits bestehende Verbauung des Lienzbachs ausgebaut. Und ein weiterer Ausbau ist in den nächsten Jahren vorgesehen. Lienz solle noch sicherer werden und damit liebens- und lebenswert bleiben können, erklärte Hans Städler. Doch selbst danach werde noch ein Restrisiko bleiben. «Damit muss man umgehen und leben können», meinte er, wünschte den Lienzern aber auch, dass sie nie mehr ein solches Unglück wie 1967 erleben müssen.

Max Tinner

Hinweis

Weitere Bilder von der Gedenkfeier auf www.rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

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