Altstätten
Lieder und Geschichten gegen den Corona-Blues – die Stubete des Frauenchor Altstätten

Zur Stubete lud der Frauenchor Altstätten die Liechtensteiner Formationen Amaryllis und Ka.sch.mir ein.

Max Pflüger
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Die Mitwirkenden an der Frauenchor-Stubete im «Chunrat» erhielten begeisterten Applaus.

Die Mitwirkenden an der Frauenchor-Stubete im «Chunrat» erhielten begeisterten Applaus.

«Fascht ä Stubete», so betitelte am Samstagabend der Frauenchor Altstätten den fröhlichen Unterhaltungsabend im «Chunrat» – Haus der Musik, zu dem auch die beiden anderen Formationen ihrer Chordirigentin eingeladen waren. Amaryllis und Ka.sch.mir liessen sich nicht lange bitten.

Die beiden Ensembles aus dem Fürstentum Liechtenstein folgten Iris Engelfried-Meidert gerne ins St.Galler Rheintal – und beteiligten sich so an der Altstätter Chor-Stubete. Beide Gastensembles stehen ebenfalls unter der Leitung der gleichen Dirigentin. Mit der Lesung dreier Geschichten aus seinem vierten Buch bereicherte Ueli Bietenhader den Gesangsabend mit seinen Texten.

Erfolgreicher Altstätter Frauenchor

Den Altstätter Sängerinnen eilt ein guter Ruf voraus. Und auch unter der Leitung der neuen, seit 2019 tätigen Chorleiterin Iris Engelfried-Meidert wurden die Altstätter Frauen diesem gerecht. Bereits mit dem ersten Lied, dem bekannten Kuhjodel «Le ranz des vaches» des berühmten Westschweizer Priesters und Musikers Abbé Joseph Bovet (1879–1951) ersangen sie sich grossen Applaus und die Herzen der Zuhörerschaft.

Abwechslungsreich, humorvoll, aber immer musikalisch sauber, dynamisch und ausdrucksvoll gestaltete der Frauenchor sein Programm. Der Chor sang vom voreilig abgesandten Brief, der besser noch einmal überschlafen worden wäre, sang vom schönen und guten Ehemann, der auch in Haus und Küche nicht untätig bleibt, oder von der Hefe, die in jeder Frau versteckt ruht – und dann plötzlich auf den Hüften und rund um die Körpermitte aufgeht.

Schöne Stimmen aus Liechtenstein

Das Fürstentümler Septett Amaryllis eröffnete seine Vorträge ebenfalls mit einem Lied aus der Westschweizer Folklore von Joseph Bovet: «La Youtse». Mit zwei ruhigen und beschaulichen Weisen, der humorvollen Beschreibung einer schönen jungen Frau in «April is in my mistress’ face» und dem stimmungsvollen Bündner Abendlied am Bergsee «La Sera sper il Lag», sowie dem temperament- und kraftvollen «Landsknechte-Ständchen» kam das Ensemble beim Rheintaler Publikum gut an. Auch die zwei Beiträge der Sängerinnen Nadine Kaiser und Tabea Schegg, am Klavier begleitet von Iris Engelfried-Meidert, Ka.sch.mir, erhielten kräftigen Applaus.

Aus Ueli Bietenhaders Jugendzeit

Zwischen den gesanglichen Vorträgen las Ueli Bietenhader aus seinem neuen Buch «Alls isch wohr» drei Geschichten aus seiner Kindheit. Er erzählte von den Erlebnissen beim Schafe hüten zusammen mit seiner Schwester, wohlgemerkt: katholische Schafe aus Lüchingen auf den Wiesen der evangelischen Kirchenanlage von Altstätten. Er beschrieb die Tücken alter Grammofone und schilderte den hohen Wert des familiären Singens gegenüber der Konservenmusik. Und er erzählte von den Erlebnissen aus seiner Gesangslehrerzeit mit einer jungen Chinesin und deren Wunsch, «Letzte Rose» zu singen.

Die Stubete des Frauenchors war ein fröhlicher Abend mit viel Musik, Abwechslung und guter Laune geworden. Mit dabei sogar ein Geburtstag: Diesen durfte im Kreise ihres Chores die Altstätter Sängerin Gaby Schmid feiern.

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