Lieder, die zum Himmel steigen

Zwei Dinge sind auffällig in unseren Pfarreien und Kirchgemeinden, sie werden oft gar nicht so richtig wahrgenommen.

Reinhard Paulzen, Pastoralassistent In Heerbrugg
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«Für Gott gesungen zählt so viel wie zweimal gebetet!», besagt ein Sprichwort, das zum Singen anregen möchte. (Bild: Shutterstock)

«Für Gott gesungen zählt so viel wie zweimal gebetet!», besagt ein Sprichwort, das zum Singen anregen möchte. (Bild: Shutterstock)

Zwei Dinge sind auffällig in unseren Pfarreien und Kirchgemeinden, sie werden oft gar nicht so richtig wahrgenommen. Zum einen: Es gibt wohl sonst kaum einen Verein – gut, dass wir so viele und wertvolle Vereine haben – der so regelmässig, so beharrlich und so viel Spenden für gute Zwecke sammelt und überweisen kann wie die Pfarreien und Kirchgemeinden. Auch wenn vieles nicht perfekt ist in der Kirche und wenn es immer wieder einmal «menschelt»: Dieses beharrliche Spenden für die verschiedensten Anliegen, das ist doch unbestritten eine gute Nachricht. Und das Zweite: Es wird wohl sonst kaum in einem Verein so regelmässig und so viel gesungen wie in unseren Pfarreien und Kirchgemeinden. Abgesehen von den direkten Gesangsvereinen natürlich, aber von den übrigen Vereinen sind die Pfarreien und die Kirchgemeinden die Vereine mit am meisten «Musik im Blut».

In einer Zeit, wo unser Singen so viel durch CDs, Elektronik und Konservenmusik ersetzt wird; wo Dieter Bohlen darüber entscheiden darf, ob das Singen Freude macht oder nicht; wo wir so viele Leute mit ihren Kopfhörern durch die Welt laufen sehen, da find ich es noch beachtlich, wie die Christen singen!

Als letzten Sonntag der Chor der italienischen Missione Cattolica in unserer Kirche gesungen hat, da hat er mit seinen Rhythmen richtig Schwung in den Gottesdienst gebracht. Und vom «Grosser Gott» konnte man die Strophen auf Spanisch, Deutsch und Italienisch singen. Singen verbindet über die Sprachen und Kulturen hinweg. König David musizierte vor der Bundeslade! Die Psalmen, die Jesus liebte, sind ursprünglich Lieder – Wallfahrtslieder, Klagelieder, Dank- oder Loblieder. Gut, dass wir im «David» viele schöne neue Lieder haben! Die Kirchengesangbücher kombinieren Altes und Neues. Zahlreiche Gospels sind gelebte Spiritualität. In zehn Tagen feiern wir wieder die heilige Cäcilia, Patronin der Kirchensänger und -sängerinnen. «Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder». Und das andere Sprichwort sagt ja: «Für Gott gesungen zählt so viel wie zweimal gebetet!». Was wäre Ostern ohne das «Halleluja»? Weihnachten ohne «Stille Nacht»? Das «Bruderklausen»-Lied und die Lieder von Paul Gerhardt bleiben für immer. Wahrscheinlich hat jeder und jede von uns seine Lieblinge unter den reichen Vorräten der Kirchenlieder.

Hoffentlich wird auch in Zukunft gesungen und gespendet in unseren Kirchen. Hoffentlich haben Sie auch Ihre Lieblingslieder! Lassen Sie Ihre Lieder zum Himmel steigen! Nur zu!