Liebling der anderen Rheintaler

Der FC Montlingen hat eine überraschend gute Saison gespielt: Mit dem Abstieg hatte man auf dem Kolbenstein nie etwas zu tun, konnte sogar bis zur Saisonhälfte an der Tabellenspitze mitmischen.

Yves Solenthaler
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FC MONTLINGEN. Montlingen hatte nach Jahren an der 2.-Liga-Spitze eine schwierige Spielzeit 2013/14. Deshalb, und weil man auf dem Kolbenstein wieder vermehrt eigene junge Spieler einbauen möchte, war die Erwartungshaltung im Sommer 2014 nicht gross: Ligaerhalt. Davon ist man auch nicht abgerückt, als man zur Saisonhälfte im Spitzenquartett mitmischte.

Überraschung der Vorrunde

Der frühere Montlinger Spieler Jürgen Maccani hat in seiner ersten Trainer-Saison beim FCM über den Erwartungen abgeschlossen. Trotz der vielen Verletzungen – teilweise ohne echten Stürmer im Kader – gehörte Montlingen von Anfang an zur Spitze.

Erst in der Rückrunde mussten die Oberrheintaler den Kontakt abreissen lassen. Nach der Hälfte des Frühlings geriet Montlingen in ein kleines Loch, kurzfristig drohte man aus der ersten Ranglistenhälfte zu fallen. Aber Montlingen fing sich wieder, besiegte in der drittletzten Runde den FC Buchs – und ebnete so St. Margrethen den Weg zum Aufstieg in die 2. Liga interregional.

Der Dank der anderen Rheintaler Vereine gebührt Montlingen ohnehin: Die Kolbensteiner haben ausser gegen das nicht konkurrenzfähige Diepoldsau alle Derbies verloren. Der Vorsprung von Altstätten und Rebstein auf einen Abstiegsplatz beträgt sechs Punkte – was genau ihre jeweilige Ausbeute in den Spielen gegen Montlingen war.

Dass Montlingen gegen Mannschaften ausserhalb des Rheintals besser abschnitt, ist an der Tabelle abzulesen. Die genaue Statistik ist dennoch verblüffend: Nur einmal hat Montlingen gegen eine Nicht-Rheintaler Mannschaft verloren – im letzten Saisonspiel gegen Weesen.

Kontinuität in Montlingen

Die Derby-Bilanz ist ausbaufähig, aber sie ändert nichts daran, dass der FC Montlingen auf einem guten Weg ist. Grosse Änderungen sind auf dem Kolbenstein nicht geplant, die Mannschaft dürfte aber punktuell verstärkt werden – womit man mit dem Zuzug von Rüthis Fisnik Berisha schon begonnen hat.