Letztes Werk von Michael Haydn am Kirchenfest

OBERRIET. Der Kirchenchor Oberriet singt morgen Sonntag am Kirchenfest im Festgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Margaritha Oberriet. Es ist zugleich der Gottesdienst zum 100-Jahr-Jubiläum des Kirchenchors. Der Chor wird geleitet von René Reiter.

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OBERRIET. Der Kirchenchor Oberriet singt morgen Sonntag am Kirchenfest im Festgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Margaritha Oberriet. Es ist zugleich der Gottesdienst zum 100-Jahr-Jubiläum des Kirchenchors. Der Chor wird geleitet von René Reiter. Es wirken weiter mit: die Sopran-Solistin Nadja Nigg, die Organistin Barbara Koller, ein Streicherensemble und Waldhörner.

Nach intensiver Vorbereitung ist der Kirchenchor Oberriet parat, die «Missa sub titulo Sancti Leopoldi» von Johann Michael Haydn (1737–1806) zur Aufführung zu bringen. Es ist das letzte vollendete Werk des Komponisten. Der jüngere Bruder des bekannten Joseph Haydn wurde schon früh im Elternhaus mit der Musik vertraut gemacht. Er wurde Wiener Sängerknabe, fand 1757 eine Anstellung als Geiger und später als Kapellmeister beim Bischof in Oradea (damals Österreich, heute Rumänien). Seit 1763 wirkte Haydn in Salzburg, zunächst als Hofkomponist, später als Organist und Verantwortlicher für die Dommusik. Johann Michael Haydn verfasste mehr als 360 sakrale und weltliche Stücke. Dabei lag der Schwerpunkt auf Instrumentalmusik.

Zu Ehren des hl. Leopolds, des Kirchenpatrons von Niederösterreich, schrieb Haydn für die Salzburger Kapellknaben eine Messe, nachdem er für seine «lieben Chorknaben» bereits mehr als dreissig lateinische und deutschsprachige Werke komponiert hatte. Am 22. Dezember 1805 wurde die Leopoldi-Messe beendet. Der Feiertag der Kapellknaben war das Fest der «Unschuldigen Kinder» am 28. Dezember. Darum erhielt die Messe den Namen «Missa sub titulo Sti. Leopoldi in festo Innocentium». Diese Messe war das letzte vollendete Werk des bereits kranken Komponisten, der im August 1806 starb. (pd)