Letzter Detaillist verlässt das Dorf

Nach jener in Rheineck schliesst im Januar 2017 auch die Denner-Filiale in Au. Anders als im Städtli am Alten Rhein wird es dann in Au keinen Detaillisten mehr geben: «Für uns eine Tragödie», sagt Gemeindepräsident Christian Sepin.

Kurt Latzer
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Denner will keine kleinen Satelliten mehr: Sanijel Radulovic und seine Mutter Vesna schliessen ihren Laden in Au und übernehmen eine grössere Denner-Filiale in Zürich. Von dort sind sie vor drei Jahren ins Rheintal gezogen. (Bild: Kurt Latzer)

Denner will keine kleinen Satelliten mehr: Sanijel Radulovic und seine Mutter Vesna schliessen ihren Laden in Au und übernehmen eine grössere Denner-Filiale in Zürich. Von dort sind sie vor drei Jahren ins Rheintal gezogen. (Bild: Kurt Latzer)

AU. Wird für den Detaillisten an der Auer Hauptstrasse kein Nachfolger gefunden, wären gut 4500 Einwohner ohne Nahversorger. Die Pächterfamilie, die den Denner in Au seit drei Jahren führt, zieht es zurück nach Zürich. Dort übernehmen Sanijel und seine Mutter Vesna Radulovic eine deutlich grössere Denner-Filiale. Weil dem Grossverteiler die Verkaufsfläche des Ladens in Au zu klein sei, werde es auch nach seinem Auszug im Dorf keinen Denner mehr geben.

Auf der Suche

Der Umsatz habe den Entscheid der Familie, wieder nach Zürich zu ziehen, nicht beeinflusst. «Im Grossen und Ganzen waren wir mit dem Umsatz zufrieden, auch wenn wir seit dem Euro-Schock deutlich weniger verkauft haben», sagt Sanijel Radulovic. Die Hoffnung auf einen Nachfolger hat der 28-Jährige Geschäftsführer noch nicht aufgegeben. Nicht zuletzt wegen der Einrichtung, in die er vor nicht allzu langer Zeit einiges an Geld investiert hat. Ohne grossen Lieferanten aber hat ein Detaillist kaum eine Chance – oder? «Wenn jemand den Laden übernehmen will, würde ich helfen, möglicherweise mit einem Einstieg über Spar», sagte Radulovic. Spar Schweiz springt bereits im Dornacherhof in Heerbrugg in die Bresche, von wo sich Migros verabschiedet.

Gemeinde gefordert

Christian Sepin, Gemeindepräsident von Au, weiss schon länger von der Schliessung des letzten Denners. «Für uns ist das ein Tragödie», sagt Sepin, «die Nachricht kommt genau in der Zeit, in der wir uns intensiv mit der Auer Zentrumsgestaltung befassen.» Der Gemeinderat sei nun besonders gefordert und müsse noch mehr Gas geben. «Wir sind mit Grossverteilern im Gespräch. Spruchreif ist da allerdings noch nichts», sagt Sepin. In Au brauche es mindestens einen Laden mit einem grossen Sortiment, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner den Grossteil ihrer Einkäufe tätigen können. Obwohl der Einzug eines Grossverteilers in Au noch in weiter Ferne ist, appelliert Christian Sepin schon heute an die Auerinnen und Auer, die Läden im Dorf mit ihrem Einkauf zu unterstützen und damit deren Existenz zu sichern.

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