Letzte Übung in alter Formation in Altstätten

In der Zivilschutzanlage Oberes Rheintal führten 170 Mann ihren WK durch. Sie erledigten Unterhaltsarbeiten.

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Unter anderem erstellten die Pioniere Brücken über Bäche und unwegsames Gelände. (Bild: pd)

Unter anderem erstellten die Pioniere Brücken über Bäche und unwegsames Gelände. (Bild: pd)

(pd) Auf Anfang Jahr wurden die beiden Zivilschutzorganisationen Oberes Rheintal und Mittleres Rheintal zusammengelegt – dazu kam St.Margrethen, das bisher eigenständig war. Die neue Regionale Zivilschutzorganisation Rheintal deckt das Gebiet von zwölf politischen Gemeinden und damit den Wahlkreis Rheintal ab – ausser Rheineck. Geübt wurde diese Woche aber letztmals in der alten Aufteilung, mit 170 Mann aus den Oberrheintaler Gemeinden, nächste Woche werden noch 40 Betreuer im Einsatz stehen und auch im Mittelrheintal werden zum letzten Mal die alten Formationen zusammen üben. Am Montag führte Pascal Schuster, Leutnant Stabsassistent, das Antrittsverlesen durch und gab ein kurzes Briefing über den Tagesablauf.

Einführung des neuen Kommandanten

Dann übernahm der neue Kommandant Robert Brocker das Wort. Er hielt einen kurzen Vortrag über die Neuorganisation und Vision des Zivilschutzes im Kanton St.Gallen beziehungsweise des neu zusammengesetzten RZSO Rheintal. Dank der offenen, freundlichen und sym­pathischen Art des neu gewähl­- ten Kommandanten trafen die Neuerungen und Anpassungen bei allen Beteiligten auf offene Ohren und durchaus auch auf frische Begeisterung. Der Zusammenschluss auf eine von bisher drei Zivilschutzorganisationen von St.Margrethen bis nach Rüthi ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Die Abläufe werden verbessert, die Effektivität gesteigert und die gute Zusammenarbeit ist essenziell für einen wertvollen Beitrag an die Region und die Bevölkerung.

Der Zivilschutz wird digital

Dadurch, dass der Zivilschutz neu ins Programm Informa­tions- und Einsatzsystem, kurz IES, der Schweizer Armee aufgenommen wurde, können die Arbeitsabläufe der Führungsunterstützung genauer und effektiver durchgeführt werden. Die ganze Papierarbeit mit Zeichnen von Plänen und Beschriften von Plakaten entfällt. Auf diesem Weg wurden die ökologischen Ziele ebenfalls voll abgedeckt. Neu kann jetzt auf digitalem Weg, bei einem Notfall oder eine Notsituation, innert Sekunden mit dem Kanton kommuniziert werden. Thomas Weder, Oberstleutnant Pioniere, lud auf die Fideren-Höhe oberhalb von Altstätten zu einer Besichtigung ein.

Einsatzgebiete: Eichberg, Brunnenberg, Fideren-Höhe

Auf der Fahrt erzählt er über die Arbeit der Pioniere. Dort legten sie Bäche von Ästen und Geröll frei, säuberten Wanderwege und renovierten Spielplätze. Des Weiteren gehörte die Unterhaltung der Forstwege am Brunnenberg und die Instandhaltung der Waldwege in Eichberg zu ihren durchaus herausfordernden Tätigkeiten. Nach einem kurzen Fussmarsch über Stock und Stein waren beim kleinen Stadtbach Motorsägen und Geräusche zu hören. Zwei Forstwarte der Stadt Altstätten kämpften sich durch den Bach nach unten und zersägten Äste und kleinere Bäume, die zu nahe am Wasser lagen und bei einem Unwetter einen Stau des Bachs verursachen könnten, die durchaus Erdrutsche zur Folge haben können. Die Pioniere folgten dahinter und entfernten an steilen und rutschigen Hängen die abgetrennten Überreste und legten den Weg des Baches frei. Weiter nördlich zeichneten sich die Pioniere als wahre Architekten im «Freestyle-Brückenbau» aus. Innerhalb von weniger als einem Tag erbauten sie eine fast sieben Meter lange Brücke aus Baumstämmen über den Bach: Eindrücklich.

Keine selbstverständliche Dienstleistung

Nach einem anstrengenden Tag ging es zurück in die Zivilschutzanlage in Altstätten. Man sah wirklich, wie sich alle Beteiligten zum Wohle der Region und der Bevölkerung einsetzten, dies auch wenn kein Unwetter oder eine Notsituation vorlag. Für jeden eine Selbstverständlichkeit, da alle hier leben oder geboren wurden und es in eigenem Interesse ist, dem Rheintal Sorge zu tragen.