leserbrief

Sofortiger Austritt aus der CVP «Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht», oder: «Ich mache mit, solange ich getragen werde.» An der HV der CVP Oberriet vom 1. Juli bin ich aber mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgetreten. Das wirft bestimmt Fragen auf – zum Wie und Warum.

Merken
Drucken
Teilen
Markus Probst (Bild: pd)

Markus Probst (Bild: pd)

Sofortiger Austritt aus der CVP

«Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht», oder: «Ich mache mit, solange ich getragen werde.» An der HV der CVP Oberriet vom 1. Juli bin ich aber mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgetreten. Das wirft bestimmt Fragen auf – zum Wie und Warum.

Seit rund acht Jahren wohne ich mit meiner Familie in Oberriet. Kurz darauf trat ich der CVP bei und habe mich dort unzählige Stunden, Nächte und Wochenenden für die Partei eingesetzt.

So organisierte ich Wahlauftritte mit den damit verbundenen Marketingmassnahmen und hatte diverse Ämter und Funktionen inne. Weiter habe ich mich dem von Anfang an chancenlosen Wahlkampf zum Kantonsrat für die CVP Oberriet gestellt. Damals wurde bekanntlich der Rat um ein Drittel reduziert. Leider erlebte ich dies in der CVP nur einseitig. Regelmässig, immer dann, wenn ich etwas wollte, konnte ich nicht auf die Partei zählen. Hier drei Beispiele aus den letzten Jahren.

Schulratspräsident: Aus den eigenen Reihen ermuntert, stellte ich mich der Herausforderung, da ein Macher gesucht wurde, der die Kosten im Griff hat. Fast lächerlich wurde ich dann abgespiesen. Das Resultat haben wir jetzt, sind doch die Kosten trotz Fusion drastisch gestiegen.

Generalsekretär der CVP St. Gallen: Auch hier wurde ich aus den eigenen Reihen ermuntert, mich darum zu bemühen. Schliesslich wurde ich mit einem Dreizeiler wieder auf den Boden geholt.

Gemeindepräsident: Dieses Amt interessierte mich, und deswegen arbeitete ich darauf hin. Als GPK-Präsident kann ich genau abschätzen, um was es hier geht. Weiter verfüge ich über die richtige Ausbildung und als Unternehmer, also Verleger mit gesamthaft vier Mitarbeitern, habe ich auch schon Firmen-Start-ups geschafft. All diese Qualifikationen zählen nicht und/oder stossen in der CVP-Parteileitung von Oberriet auf taube Ohren. Ich habe alle Niederschläge immer geschluckt, doch eben: «Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht».

Wiederum habe ich erfahren, dass man zwar meine Arbeit nutzt, mich aber nicht trägt. Wie in meinem Tagesgeschäft, ich arbeite im Verkauf, habe ich Bilanz gezogen. Wenn ich bei einem Kunden nicht weiterkomme, bemühe ich mich um den nächsten. Somit ziehe ich jetzt auch hier einen Schlussstrich.

Der mir anvertrauten Arbeit als GPK-Präsident werde ich mich auch parteilos weiter stellen.

In dieser Arbeit ist schliesslich absolut keine Parteipolitik gefragt, wäre diese für eine objektive Prüfung fehl am Platz.

Es ist aber nicht alles schlecht. So erlebte ich auch viele positive Begegnungen. Ich wurde zum GPK-Mitglied gewählt und mein Resultat an den letzten Kantonsratswahlen war nicht ohne. Allen, die mich unterstützt haben, danke ich und garantiere, dass ich mich der Aufgabe als GPK-Mitglied nach wie vor mit vollem Einsatz stellen werde.

Markus Probst, Oberriet GPK-Präsident der Politischen Gemeinde Oberriet (parteilos)