Lehrer möchten wieder gern Lehrer sein

REBSTEIN. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind unzufrieden, und dies nicht grundlos. Es gelte, dem Berufsstand Sorge zu tragen, wurde an der Hauptversammlung der Oberrheintaler Sektion des kantonalen Lehrerinnen- und Lehrverbands betont.

Max Tinner
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Austausch der Putzequipe, von links: Jürg Biefer, Veronique Sieber, Barbara Keel und Margrit Horber übergeben die Führung des KLV Oberrheintal an Helene Jung, Anna Aemisegger, Daniel Koller und (verdeckt) Julia Kampfer. (Bild: Max Tinner)

Austausch der Putzequipe, von links: Jürg Biefer, Veronique Sieber, Barbara Keel und Margrit Horber übergeben die Führung des KLV Oberrheintal an Helene Jung, Anna Aemisegger, Daniel Koller und (verdeckt) Julia Kampfer. (Bild: Max Tinner)

REBSTEIN. Alleinstehende Lehrerinnen oder Lehrer, die es satt haben, single zu sein, haben gute Chancen, die Freizeit bald zu zweit zu verbringen. Partnervermittlungen hätten festgestellt, dass Partnersuchende den Lehrberuf als besonders attraktiv ansehen, sagte Barbara Keel an der Hauptversammlung der Oberrheintaler Sektion des kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (KLV) gestern in der Oberstufen-Aula in Rebstein. Keel, welche die Sektion drei Jahre lang zusammen mit Margrit Horber geführt hat, fragt sich nun, weshalb viele, nicht zuletzt die Lehrer selbst, dies anders sehen. «Haben wir den schönsten Beruf und merken es nicht einmal mehr?»

Mehr Arbeit, weniger Lohn

Wesentliche Gründe für die Unzufriedenheit vieler St. Galler Lehrerinnen und Lehrer – oder dafür, dass Abgänger der pädagogischen Hochschule gar nicht erst in den Beruf einsteigen – sind Löhne, die jenen in anderen Kantone hinterher hinken, längere Unterrichtszeiten und Arbeit, die nicht vergütet wird. Ursula Meyer-Mattes, Mitglied des Kantonalvorstands, begrüsst grundsätzlich, dass Bildungsdirektor Stefan Kölliker Massnahmen zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen hat. Der Kantonalvorstand sei aber alles andere als glücklich mit der Gesetzesrevision, die dabei herausgekommen ist. Es gelte nun darauf zu achten, dass die Verordnung zum Gesetz arbeitnehmerfreundlich ausfalle. Der Kantonalvorstand werde zudem wie bereits zu den Nationalratswahlen auch zu den Kantonsratswahlen Wahlempfehlungen abgeben. «Wir brauchen ein Kantonsparlament, das sich für eine gute Schule einsetzt und auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft», betonte Meyer-Mattes.

Barbara Keel appellierte aber auch an ihre Berufskolleginnen und -kollegen: «Wir müssen Sorge zu unserem Beruf tragen.» Gute Arbeit zu leisten, sei die beste Werbung für den Berufsstand. Bei aller Arbeitsbelastung biete der Beruf doch auch Privilegien, im Besonderen einen sicheren Arbeitsplatz, viele Freiheiten und viel Verantwortung.

Altstätten-Eichberg übernimmt

Mit der gestrigen Hauptversammlung ging die Geschäftsführung der Sektion an den Oberstufenschulkreis Altstätten-Eichberg über. Den Co-Präsidentinnen Barbara Keel und Margrit Horber, Kassierin Veronique Sieber und Aktuar Jürg Biefer sowie der aus Rosmarie Dal Molin und Hansjörg Tanner bestehenden Geschäftsprüfungskommission wurde die geleistete Arbeit verdankt. Der neue Vorstand besteht aus Anna Aemisegger und Julia Kampfer (Co-Präsidium), Daniel Koller und Helene Jung. Die Geschäftsprüfung übernehmen Ruth Graf und Ralf Good. Der Führungswechsel wurde mit Besen dekorativ dargestellt: «mit neuen, die gut kehren, aber auch mit alten, die die Ecken besser kennen», meinte Barbara Keel augenzwinkernd.