Lebenssymbol – und Kunstobjekt

Das Osterei gilt als Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Erneuerung. Eine Ausstellung im Landesmuseum von Vaduz zeigt aber, dass das Ei auch ein Kunstobjekt sein kann.

Reto Neurauter
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In Russland verwendete man Email, Silber, Gold, Rubine und Diamanten, um die Exklusivität zu betonen. (Bild: Reto Neurauter)

In Russland verwendete man Email, Silber, Gold, Rubine und Diamanten, um die Exklusivität zu betonen. (Bild: Reto Neurauter)

Vaduz. Im Juni 2010 hat der liechtensteinische Sammler Adulf Peter Goop dem Fürstentum eine Sammlung mit mehr als 4000 Objekten geschenkt – darunter eine einmalige Sammlung an Ostereiern. Diese Woche ist nun im liechtensteinischen Landesmuseum Vaduz die Ausstellung «Das Osterei – Liebespfand und Kunstobjekt» eröffnet worden. Der 90-jährige Sammler konnte dem Akt nicht mehr beiwohnen – er ist kurz davor verstorben.

22 Jahre ist es her, seit an gleicher Stelle ein kleiner Querschnitt gezeigt wurde. Museumsdirektor Norbert W. Hasler und Kuratorin Nicole D. Ohneberg haben dieses Mal besonders exklusive Exponate ausgewählt. Unter den vielen Objekten sticht das «Apfelblütenei» aus dem Jahre 1901 hervor: Ein Werk von Michail Perchin, dem Werkmeister im Atelier Carl Fabergé in St. Petersburg. Es ist eines der sieben Kelch-Eier, ein «Meisterstück der Juwelierkunst aus grünem Nephrit, den man auch Russisch-Jade nennt, aus zweifarbigem Gold, Email und mit Diamanten bestückten Apfelblüten», sagte Nicole Ohneberg.

Damit ist auch umrissen, dass der Schwerpunkt der Ausstellung Ostereiern aus Liechtenstein und Russland gewidmet ist. Hier wie dort sind die Schmuckstücke an Ostern nicht mehr wegzudenken. «Sie werden gefärbt, versteckt, gesucht, gefunden und meistens gegessen», sagte Nicole Ohneberg. «Und sie gelten als Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Erneuerung.» Insgesamt umfasst die Ostereier-Sammlung von Goop 2300 Exemplare. Die Ausstellung zeigt eine grosse Auswahl bemalter Ostereier – darunter mit Bildern der Fürstin Gina von Liechtenstein oder der Erbprinzessin Marie von Liechtenstein, von Politikern wie alt Regierungschef Hans Brunhart oder von Erzbischof Wolfgang Haas. In der eigentlichen Schatzkammer der Ausstellung sind schliesslich die Lack-, Silber-, Email-, Cloisonné- und Porzellan-Eier bis hin zu den Glanzstücken aus den Fabergé-Werkstätten zu sehen.

Die kunstvollen Ostereier sind noch bis 12. Juni zu sehen. Die Sonderausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und am Mittwoch von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.llm.li.