Lebensraum für seltene Arten

ALTSTÄTTEN. Drei Wiesen und ein Waldstück der Familie Kobler vom Restaurant Ziel werden zugunsten der Natur ökologisch aufgewertet. Es werden Strukturen für seltene Tierarten geschaffen und Wiesenblumen angesät.

Max Tinner
Drucken
Teilen
Die Wiese gleich ob dem Gasthaus Ziel ist heute eine, wie man sie überall am Hang ob Altstätten sieht. Im nächsten Frühling werden hier nun aber Wiesenblumen angesät. Von links: Rosmarie und Fridli Kobler, Sonja Halter-Kobler, Pro-Riet-Rheintal-Präsident Ignaz Hugentobler. (Bild: Max Tinner)

Die Wiese gleich ob dem Gasthaus Ziel ist heute eine, wie man sie überall am Hang ob Altstätten sieht. Im nächsten Frühling werden hier nun aber Wiesenblumen angesät. Von links: Rosmarie und Fridli Kobler, Sonja Halter-Kobler, Pro-Riet-Rheintal-Präsident Ignaz Hugentobler. (Bild: Max Tinner)

Artenreiche Blumenwiesen sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch für die Natur von grossem Wert. Gleich 166 Aren Wiesland möchten Rosmarie und Fridli Kobler vom Gasthaus Ziel ob Altstätten wieder dazu machen und dazu auch noch 112 Aren Waldrand und Wald aufwerten. Sie haben sich zusammen mit ihren Kindern dazu entschlossen, weil ihnen die Natur am Herzen liegt. «Wir sind mit unsern Kindern oft im Grünen und möchten ihnen dereinst eine intakte Natur überlassen», sagt Sonja Halter-Kobler, stellvertretend auch für ihre Geschwister. Die Aufwertung der drei Wiesen werden vom Verein Pro Riet Rheintal fachlich begleitet und zusammen mit den Gartenbauunternehmen Steger Altstätten und Steiger Marbach auch umgesetzt.

Weiher, Steine und Hecken

Auf den drei Parzellen – eine ob dem Gasthaus Ziel, eine zweite gleich unterhalb und eine dritte vierhundert Meter weiter westlich, die in einen gegen den Tonnerbach hin abfallenden Schutzwald übergeht, werden nicht nur Wiesenblumen angesät, sondern auch Strukturen für selten gewordene Tierarten geschaffen, die aber teils grad am Hang ob Altstätten in Restbeständen noch vorkommen und verschiedentlich auch schon gefördert werden.

Die ökologische Aufwertung auf den Parzellen der Familie Kobler unterstützt diese Bemühungen, freut sich Pro-Riet-Präsident Ignaz Hugentobler. Im Besonderen soll die Geburtshelferkröte profitieren. Die nur etwa Fünfliber grossen Glögglifrösche, wie der Volksmund sie nennt, bekommen auf jeder der drei Parzellen einen Weiher und in den Boden hineinreichende Steinlinsen. Das Gewässer, aber auch die Steinhaufen dienen auch andern Kleintieren als Versteck und Lebensraum.

Auch Obstbäume

Ausserdem werden Sträucher und Obstbäume gepflanzt. Von diesen soll etwa der Gartenrotschwanz profitieren, für den im nicht weit entfernten Weidist vor wenigen Jahren ein Kulturland-Aufwertungsprojekt umgesetzt worden ist, an dem unter anderen auch die Schweizerische Vogelwarte beteiligt ist.

Eine weitere Vogelart, der die Extensivierung der Wiesen guttun wird, ist der Neuntöter. Er braucht in seinem Lebensraum dornige Hecken, in denen er die Insekten, von denen er sich ernährt, aufspiesst. Ausserdem hat Pro Riet den Wiedehopf im Auge. Der eindrückliche Vogel ist im Rheintal heute selten zu sehen. Vom Oberland her erobert er sich seinen früheren Lebensraum aber langsam zurück – nicht zuletzt dank ökologischer Aufwertungen, wie sie im Ziel nun realisiert werden.

Beginn der Arbeiten wird voraussichtlich noch diesen Monat sein. Die Baubewilligung liegt vor. Anfang Woche haben Pro Riet und die Familie Kobler die Anstösser informiert. Abgesprochen ist das Vorhaben auch mit den Pächtern der drei Wiesen. Sie werden diese weiter bewirtschaften, künftig aber extensiv; im Besonderen wird keine Düngung mehr erlaubt sein, weil die Gräser sonst die Wiesenblumen wieder verdrängen würden. Bis die Blumenwiesen ihren Charakter entfalten, braucht es allerdings etwas Geduld. Die ersten Blumen sind in der Regel nicht vor dem zweiten Sommer nach der Ansaat zu sehen.

www.pro-riet.ch www.gasthausziel.ch