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Lebensfest Ostern

Aus christlicher Sicht
Carsten Wolfers
Ostern: Das diesseitige Leben mit all seinen Schatten ist nicht alles. Das Licht des jenseitigen Lebens strahlt hell. (Bild: depositphotos/kevron2002)

Ostern: Das diesseitige Leben mit all seinen Schatten ist nicht alles. Das Licht des jenseitigen Lebens strahlt hell. (Bild: depositphotos/kevron2002)

Der grosse Augustinus hat den Sinn des Osterfestes mal in diese Form gegossen: «Der getötete Tote hat den Tod getötet.» Am Karfreitag wurde Jesus getötet, er lag als Toter im Grab, und durch seine Auferstehung hat er ewiges Leben möglich gemacht, also den Tod getötet. Wenn ich diesen Satz höre, dann höre ich vorwiegend «tot». Wenn ich diese Aussage durchdenke, dann verstehe ich, wie stark das Leben gesiegt hat.

Ich würde diesen Satz des Augustinus gerne umformulieren, damit hier Ostern so positiv klingt wie es gemeint ist, etwa: «Der ewige Lebendige hat dem Leben zur Fülle verholfen.» Aber wohl klingt dieser Satz weder so stilistisch ausgefeilt wie der des Augustinus noch wird deutlich, wie sehr Ostern das Leben verewigt, denn nicht ebenso deutlich wird, dass der Tod endet.

Auferstehung als christliche Hoffnung . . .

Der Glaube an Jesu Auferstehung führt zum Glauben an die Auferstehung des Menschen, und darum feiern wir zu Ostern auch das Leben, das uns – hoffentlich – in der Ewigkeit bei Gott zuteil wird. Dieser Glaube ist in den Anfangszeiten des Christentums aufgekommen als eine Neuheit. Das gab es in dieser Form und dieser Stärke bislang noch nicht auf dem Markt der religiösen Vorstellungen. Es gab Vorstellungen von einem Schattenreich, dass also nach dem Tod lediglich ein Schatten vom Menschen übrig bleibt. Nur ein schwacher Abglanz bliebe von dem Menschen, der einmal lebendig gewesen ist. Demgegenüber glauben Christen an eine Auferstehung, wo der Mensch ganz und gesünder bei Gott ein neues Leben geschenkt bekommt. Dass ich als Mensch mit meiner Persönlichkeit, meinem Bewusstsein, meinen Erinnerungen in die Ewigkeit eingehen könnte, das weckt Hoffnung und Zuversicht. Ostern feiert, dass das diesseitige Leben mit all seinen Schatten nicht alles gewesen ist, sondern dass das Licht des jenseitigen Lebens strahlend hell aufscheinen wird.

. . . oder bloss irgendwie vage?

Der Markt der religiösen Vorstellungen hat sich seitdem stark verändert. Und wenn auch es – damals wie heute – etliche Menschen gibt, die das Leben mit dem Tod enden lassen, so bleiben viele unterschiedliche Meinungen, dass das Leben nach dem Tod irgendwie halt weitergehen könnte. Aber es bleibt doch recht vage und schwammig, ob es ein Leben nochmals gibt, wie ich mir das vorstellen kann. Wir wissen zu wenig genau, was auf uns zukommen könnte, und im Abwägen der Wahrscheinlichkeiten bleibt vieles vage. Aber zwischen «wahrscheinlich» und «vielleicht» findet sich wenig an Hoffnung und Zuversicht. Dann freue ich mich auf den Ostermorgen, wenn morgens die Sonne wieder auftaucht und ich denke mir, dass ich heute das Leben feiern werde, ein Leben stärker als der Tod, ein Licht heller als die Schatten, und dass ich feiern möchte, dass Hoffnung und Zuversicht vielleicht, wahrscheinlich eine gute Wahl sind.

Carsten Wolfers

Diakon in Balgach

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