Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lebende Thermometer

Garten
Eveline Dudda
Der Huflattich kündigt den Vorfrühling an, er blüht, wenn der Boden sechs bis acht Grad warm ist. (Bild: Eveline Dudda)

Der Huflattich kündigt den Vorfrühling an, er blüht, wenn der Boden sechs bis acht Grad warm ist. (Bild: Eveline Dudda)

Auch wenn die Sonne tagsüber freundlich vom Himmel lacht, ist der Boden oft noch kalt. Das Saatgut keimt dann so lang­- sam, dass die Sämlinge vom Unkraut überholt und, wenn sie mit letzter Kraft durch den Boden brechen, leichte Beute von Schnecken werden. Rüebli lassen sich bei früher Saat zum Beispiel rund acht Wochen Zeit, um ihre Keimblätter an der Oberfläche zu entfalten. Sät man vier Wochen später, dauert es nur noch vier Wochen – und bei idealen Temperaturen keimen sie sogar in ein bis zwei Wochen. Man kann mit der Aussaat also ruhig noch zuwarten.

Zwiebeln, Puffbohnen und frühe Kefen sind dagegen schon mit sechs bis acht Grad Bodentemperatur zufrieden. Um festzustellen, ob der Boden bereits so weit ist, kann man einen Boden- oder Kompostthermometer rund 15 Zentimeter tief in den Boden stecken. Viel spannender ist jedoch die biologische Messmethode. Sichtet man irgendwo blühenden Huflattich, kann man davon ausgehen, dass der Boden dort sechs bis acht Grad warm ist. Vorher blüht der Huflattich nämlich nicht.

Wächst der Huflattich an einem ähnlichen Standort und in ähnlicher Lage wie Ihr Gar­- ten. hat der Gartenboden wahrscheinlich die gleiche Temperatur. Der Huflattich ist also eine Art lebender Bodenthermometer und eine Signalpflanze für die Gartenarbeit.

Allerdings wächst Huflattich nicht überall. Aber in vielen Gärten blühen zeitgleich der Tierlibaum (Cornus mas, Kornelkirsche), bestimmte Tulpen- oder Narzissensorten oder andere mehrjährige Pflanzen, die genauso gut auf die Bodentemperatur reagieren. Man muss den Garten nur aufmerksam beobachten und am Anfang die eigene Beob­achtung mit dem Thermometer überprüfen. Später wird man die technische Krücke nicht mehr benötigen. Dann weiss man dank der standortspezifischen Signalpflanzen sofort, wann der ideale Zeitpunkt gekommen ist, um Zwiebeln und Puffbohnen zu stecken. Und zwar unabhängig vom Kalender, der Lage des Gartens oder vom Klimawandel. Den Pflanzen ist es nämlich egal, ob der Boden schon im Februar oder erst im April warm genug ist. Hauptsache er hat die richtige Temperatur.

Eveline Dudda

Hinterforst

www.spriessbuerger.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.