Leben in Farbe

«Ich bin schon ein bisschen nervös», sagt Tanja Nuijten vor ihrer ersten grossen Ausstellung, die am Samstag beginnt. Die 20-Jährige will einst von der Kunst leben können. Die Ausstellung ist ein erster Schritt.

Remo Zollinger
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Für ein Bild braucht Tanja Nuijten zwischen 40 und 50 Stunden. «Diese Zeit investiere ich sehr gern», sagt die 20-Jährige. (Bild: Remo Zollinger)

Für ein Bild braucht Tanja Nuijten zwischen 40 und 50 Stunden. «Diese Zeit investiere ich sehr gern», sagt die 20-Jährige. (Bild: Remo Zollinger)

An allen Wänden von Tanja Nuijtens Elternhaus hängen Werke der jungen Künstlerin. «An diesen Bildern hänge ich sehr», sagt sie. Es falle ihr schwer, sich von einem zu trennen. Genau das plant sie jetzt aber. Sie hofft, an der Ausstellung (siehe Hinweis am Textende) Kontakte knüpfen zu können, die sie ihrem grossen Ziel näher bringen: von der Kunst leben zu können.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das viele haben. Das weiss auch die Balgacherin. «Ich habe noch kein grosses Netzwerk, muss erst einmal reinkommen», sagt sie. Bisher hat sie an der BalgArt ausgestellt, an der Schule, in einem Rheinecker Restaurant. Das sind erste Schritte, sie haben ihr erste Kontakte gebracht. Kontakte in eine Welt, die ihr gefällt. «Ich habe mich mit allen Leuten in dieser Gemeinschaft sofort gut verstanden», sagt Tanja Nuijten.

«Ich will etwas machen, das noch nie da gewesen ist»

Schon in der Primarschule ist den Lehrern aufgefallen, dass sie bemerkenswerte gestalterische Fähigkeiten besitzt. Sie kam an die Talent-Oberstufe in Altstätten. «Da hatte ich eine schöne, wichtige Zeit: Ich habe gemerkt, dass ich mein Leben der Kunst verschreiben will», sagt die 20-Jährige. Es folgte ein gestalterischer Vorkurs in St. Gallen und eine Lehre als Textiltechnologin mit Fachrichtung Design bei einer Stickereifirma in St. Gallen. Dort arbeitet sie heute noch. Zurzeit bereitet sie sich vor für die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Animation in Luzern. In diesem Bereich kann sich die Balgacherin ihre Zukunft vorstellen, denn es begeistert sie heute schon, auch digital zu zeichnen.

Tanja Nuijten will Bilder gestalten, die dank vieler Details, Farben und ihrer Aussagekraft in Erinnerung bleiben und vielleicht den Betrachter zu Tränen rühren. «Zu Beginn habe ich abgezeichnet. Aber das können viele. Dann habe ich mit eigenen Bildern angefangen. Weil ich etwas machen will, das noch nie da gewesen ist», sagt sie.

Inspiration findet sie überall: im Alltag, beim Gespräch mit Freunden oder in Filmen. Durch einen Film kam ihr die Idee, auf Leinwand Elefanten zu zeichnen. Es war ihr erstes Ölbild und hängt jetzt in der Stube.


Ausstellung und Vernissage
Tanja Nuijtens Ausstellung findet in der Bodengalerie an der Langrütistrasse 3 in Goldach statt. Sie ist jeweils von Montag bis Freitag zwischen 8 und 12 sowie zwischen 13.30 und 17.30 Uhr geöffnet. Die Vernissage ist morgen Samstag, 19. Januar, von 11 bis 14 Uhr.