Berneck
Lautmalerisches, Fernöstliches, Überraschendes: Jazzkonzert im Kulturforum Berneck

Bilderreiche Jazz-Impressionen und unerwartete Klangwelten warteten am Freitagabend auf die Zuschauer und Zuschauerinnen im Kulturforum Berneck: Das Jazz- Quartett Flute Jazz Four spielte unter Leitung des Rheintaler Flötisten und Musiklehrers Erich Tiefenthaler.

Max Pflüger
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Peter Madsen (Piano), Erich Tiefenthaler (Flöte), Dietmar Kirchner (Bass) und Patrick Manzecchi (Schlagzeug) begeisterten in Berneck mit Jazz-Kompositionen aus der Feder des Flötisten.

Peter Madsen (Piano), Erich Tiefenthaler (Flöte), Dietmar Kirchner (Bass) und Patrick Manzecchi (Schlagzeug) begeisterten in Berneck mit Jazz-Kompositionen aus der Feder des Flötisten.

Bild: PD

Der renommierte Rheintaler Flötist und Musiklehrer Erich Tiefenthaler und seine drei Kollegen Peter Madsen (Piano), Dietmar Kirchner (Bass) und Patrick Manzecchi (Schlagzeug) sind begeisterte Jazzmusiker. Jeder ein Meister seines Fachs. Zusammen spielen sie unter der Leitung des Flötisten im Jazz- Quartett Flute Jazz Four und begeisterten am Freitagabend ihr Publikum mit einem interes­santen Konzert, das vorwiegend Eigenkompositionen von Erich Tiefenthaler zu Gehör brachte.

Virtuose Musiker im Zusammenspiel

Das Kulturforum Berneck hatte das gut besuchte Konzert unter Einhaltung der vorgeschriebenen Schutzmassnahmen organisiert: Maskenpflicht, Einhaltung der Abstände und Sicherstellung der Kontaktdaten. Der Kirchenraum, die dezente Beleuchtung und die Virtuosität der vier Musiker schufen eine wirkungsvolle Konzertatmosphäre.

Gleich mit dem ersten Werk brachten die vier Musiker die Grundpfeiler dieses Jazzkon­zertes zur Geltung. Schon im Eröffnungsstück «Another One» konnte jeder der Band sein Können und seine Virtuosität im Zusammenspiel sowie in Soli präsentieren. Mit feinfühligen, lautmalerischen Bildern setzte die Band das Konzert fort. Insbesondere die gelungenen Landschaftsbilder quer durch die vier Jahreszeiten begeisterten. Bilderreich schilderten Tiefenthalers Kompositionen den wirbligen Tanz des Blütenstaubs im Frühjahr oder das langsame, aber stete Tropfen der Eiszapfen vor dem kalten und einsam stillen Hintergrund im Winter.

Nebst den expressiven Jazz- Werken liess Tiefenthaler aber auch ungewohnte, fernöstliche Klangwelten ertönen. Auf der Shakuhachi, einer traditionellen japanischen Bambusflöte, präsentierte er eine Honkyoku-Melodie, ein Meditationsstück der japanischen Zen-Buddhisten. Die langgezogenen, in der Tonhöhe stets leicht variierenden Klänge sind auf dem Bambusrohr nicht leicht zu spielen, wurden von Tiefenthaler jedoch erfolgreich geblasen.

Und dass er auch recht witzig sein kann, bewies Tiefenthaler mit der Aufführung des bekannten alten Schlagers «Rosamunde» als letztes Werk des Konzerts. Nach einigen erkennbaren Zitaten aus dem Lied wandelte sich der auch durch Peter Alexander bekannt gewordene Schlager bald zu einem von Improvisationen dominierten, eigenständigen Jazz-Werk im typischen Tiefenthaler Stil. Und mit «The Day Before» als Zugabe zeigten alle vier noch einmal die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Instrumente.