Läuten ist Alltagslärm

Die Lautstärke der Diepoldsauer Kirchenglocken beim 11-Uhr-Läuten sowie beim Ein- und Ausläuten des Sonntags hat Claudia Bond (Fachverantwortliche Lärmschutz im Amt für Umwelt und Energie) gemessen.

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Die Lautstärke der Diepoldsauer Kirchenglocken beim 11-Uhr-Läuten sowie beim Ein- und Ausläuten des Sonntags hat Claudia Bond (Fachverantwortliche Lärmschutz im Amt für Umwelt und Energie) gemessen. Eine 24-Stunden-Messung ergebe bei Glocken keinen Sinn, da ihr Klang Alltagslärm sei, sagt sie auf Anfrage. Deshalb sei die Messung so erfolgt, wie sie in der Beschwerde gefordert wurde.

Für die Beurteilung von Alltagslärm gibt es in der Lärmschutzverordnung keine Richtlinien und Grenzwerte. Deshalb wird der Einzelfall angeschaut. Kriterien sind zum Beispiel, ob ein Gebiet bereits durch anderen Lärm vorbelastet ist. «In einem Zentrum muss man mehr ertragen als in einer reinen Wohnzone.» Die evangelische Kirche liegt in einer Kernzone mit Empfindlichkeitsstufe III von IV. Die Bewohner müssen also mehr Geräusche ertragen als in einer Wohnzone. Weiter wird angeschaut, wie lang und wie laut geläutet wird, ob am Tag oder in der Nacht. «Für das Läuten von Kirchenglocken besteht ein öffentliches Interesse der Gesellschaft. Andererseits ist bei sehr lauten Glocken und nahen Anwohnern der Gesundheitsschutz der Anwohner zu beachten.» (vdl)