Widnau
«Ich war sehr überrascht»: Die Werke von Kurt «Kuspi» Spirig stehen in der Nationalbibliothek bald neben Dürrenmatt

Die Schweizerische Nationalbibliothek wird Publikationen von Kurt Spirig in ihre Sammlung aufnehmen. Auf den Widnauer aufmerksam geworden sind sie unter anderem durch den St.Galler Bibliotheksverbund.

Susi Miara
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Kurt Spirig (Kuspi021) mit all seinen bisherigen Publikationen.

Kurt Spirig (Kuspi021) mit all seinen bisherigen Publikationen.

Bild: Susi Miara

Neben grossen Na­men wie Friedrich Dürren­matt oder Giovanni Orelli findet man in der Nationalbibliothek jetzt auch Werke des Widnauer Künstlers Kurt Spirig, bekannt auch unter seinem Künstlernamen Kuspi. Kürzlich bat ihn das Bundesamt für Kultur, je ein Exemplar seiner Werke der Nationalbibliothek zur Erfassung zur Verfügung zu stellen.

«Als ich Anfang Oktober das Schreiben erhielt, war ich sehr überrascht, aus welchem Grund sich die Nationalbibliothek für meine Bücher interessiert. Vor allem aber, woher sie die Informationen über meine Publikationen hat», sagt Kuspi. Wie die Nationalbibliothek dem Künstler erklärte, sei sie durch verschiedene Quellen, dem Archiv Ostschweizer Kunstschaffender und dem St.Galler Bibliotheksverbund auf den Widnauer aufmerksam geworden. Natürlich fühle er sich sehr geschmeichelt, gibt Kuspi auf Anfrage unumwunden zu.

Jedes Buch und jede Zeitschrift, die seit 1848 in der Schweiz erschienen sind, aber auch Werke, die im Ausland über Schweizer Themen oder Personen veröffentlicht wurden, findet man in der Schweize­rischen Nationalbibliothek in Bern. Die Bibliothek hat den gesetzlichen Auftrag, diese Publikationen zu sammeln, zu erschliessen und zu erhalten. Alle in der Schweiz erschienenen Publikationen werden zudem in der Nationalbibliografie «Das Schweizer Buch» sowie im Online-Katalog «Helveticat» veröffentlicht. Beide Verzeichnisse nutzen Bibliotheken und Buchhandlungen im In- und Ausland für ihre Nachforschungen über Schweizer Buchproduktionen. Die Sammlung der National­bibliothek umfasst inzwischen mehr als 5,6 Millionen Dokumente.

Einige Publikationen bereits vergriffen

Seine Arbeit habe er immer in Büchern dokumentiert, um auch später etwas in der Hand zu haben, sagt Kurt Spirig. Diese Publikationen möchte nun die Nationalbibliothek in ihre Sammlung aufnehmen. Einige seiner Bücher seien jedoch bereits vergriffen. Von seinem Buch «Kochkunst von Menschen zu Menschen» über das «Rheinkochen», einen Anlass aus dem Jahr 2012, habe er nur noch zwei Exemplare.

Auch das Buch «Rheinertisch» über die internationale Kunstintervention auf der alten Rheinbrücke in Diepoldsau liegt nur noch zweimal gedruckt vor. Nur noch ein Exemplar besitzt er vom Buch «Kus­pi05 Werkauswahl». Dieses wird er nicht anmelden, da er das einzige Exemplar für sich behalten möchte. Weitere Publi­kationen des Rheintaler Kunstschaffenden möchte die Nationalbibliothek gern erfassen: Es handelt sich um das Fotokunstbuch «Selbsicht – der Schritt ins Bild» sowie die Bücher «Tanzkunst von Menschen mit Menschen», «Gedichte eines Reisenden», «Rollenkampf», «Atomsphäre» und den Gedichtband mit Geschichten im Rheintaler Dialekt «Siand alli oh nu». Ausserdem wird Kuspi seine letzte Publikation «artur017», eine Dokumentation über die Kunstausstellung am Rhein, in Bern anmelden.

Aufgrund des Interesses der Nationalbibliothek plant der Widnauer Künstler, in Zukunft nicht nur als Maler und Plastiker, sondern vermehrt auch als Autor tätig zu werden. Eine zweite Auflage der bereits vergriffenen Bücher ist ebenso in Planung wie ein weiterer Gedichtband mit Geschichten aus dem Rheintal.