Kurzes Zweitliga-Gastspiel

Nach nur einer Saison in der 2. Liga steigt Staad wieder ab, obwohl jahrelang die 2. Liga Ziel war.

Remo Zollinger
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FC Staad. Die Tabellenlage wirkt auf den ersten Blick brutal, auf den zweiten Blick fehlte den Seebuben aber oft nur sehr wenig, um die Klasse halten zu können.

Praktisch nur unter dem Strich

Ende letzter Saison stieg der FC Staad nach Jahren an der Spitze der 3. Liga endlich in die nächst höhere Spielklasse auf. Das Gastspiel in dieser Liga war allerdings nur von kurzer Dauer: Nach einer Saison, die man fast vollumfänglich unter dem Trennstrich verbrachte, steigt Staad wieder in die 3. Liga ab.

Kein Geschenk zum 50sten

«Dies ist kein Weltuntergang», so Präsident Moritz Raymann, «wobei es schon schön gewesen wäre, zu unserem Jubiläumsjahr die Klasse halten zu können.» Der FC Staad feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Nach seinem unglaublichen Lauf in der 3. Liga startete Staad optimistisch, ja euphorisch ins Abenteuer 2. Liga.

Von Euphorie zur Ernüchterung

Und der Start gelang sogleich: In der zweiten Runde setzte der Aufsteiger mit einem Auswärtssieg bei Altstätten ein erstes Ausrufezeichen. Danach setzte allerdings mit dem Ausbleiben weiterer Erfolgserlebnisse schnell eine Ernüchterung ein.

Zur Winterpause wurden der Trainer sowie einige Spieler ausgetauscht, was zum Schluss aber auch nicht mehr zum Ligaerhalt führte.

«Wir mussten schnell feststellen, dass einerseits die Qualität in der Mannschaft fehlte, und es andererseits noch viel mehr Aufwand braucht, um zu bestehen. Diesen konnten wir nicht erbringen», zieht Präsident Moritz Raymann Fazit.

Oft fehlte nicht viel

Dabei konnte man in den Rückrunden-Spielen öfters den Eindruck gewinnen, dass Staad nicht viel fehlte, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Hier ein spätes Gegentor, da ein verschossener Penalty – all dies summierte sich schliesslich zum Abstieg der Mannschaft vom Bützel. Dies sieht auch der Präsident so: «Die fünf Punkte wären durchaus möglich gewesen. Allerdings fehlte uns gerade gegen die direkten Konkurrenten oft das letzte Quäntchen Glück.» In der Tat: Während die Seebuben gegen Weesen und Au-Berneck nur gerade einen Punkt gewannen, so holten sie gegen das Spitzenduo Altstätten und Montlingen immerhin vier Punkte.

Mannschaft im Umbruch

Der Präsident will darüber aber nicht lamentieren. Vielmehr betont er, dass es nun einen Schnitt in der Mannschaft geben werde: «Wir wollen unsere Zukunft jetzt mit jungen, eigenen Spielern aufbauen. Dabei ist es vorerst nicht wichtig, dass wir um jeden Preis vorne mitspielen können – dazu haben wir auch nicht die finanziellen Mittel.» Das Ziel für die kommende Saison sei vorerst einmal ein Mittelfeldplatz, zumal sich das Team im Umbruch befindet.

Viele Spieler werden Staad verlassen oder kürzer treten, wobei der Verein bestrebt ist, diese Abgänge durch eigene Junioren zu kompensieren. Auch auf dem Trainerposten wird eine interne Lösung gesucht: Daniel Trainer Niederer verlässt den Verein nach einem halben Jahr wieder.

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