Kurz vor 12 geht's schneller

OBERRIET. An einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer bei der Jansen AG diskutierten Geschäftsleute, wie man Sitzungen effizient gestaltet, damit sie nicht nur Zeitverschwendung sind.

Max Tinner
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Marcel Stieger von der CDS Bausoftware AG in Heerbrugg gefällt der Vorschlag, Sitzungen vermehrt stehend abzuhalten. (Bild: Max Tinner)

Marcel Stieger von der CDS Bausoftware AG in Heerbrugg gefällt der Vorschlag, Sitzungen vermehrt stehend abzuhalten. (Bild: Max Tinner)

OBERRIET. Kein Unternehmen, vielleicht mit Ausnahme von Einmannfirmen, kommt ohne Sitzungen aus. Nicht wenige Geschäftsleute haben sich aber auch schon gefragt, ob diese oder jene Sitzung wirklich nötig war.

Das Blut des Geschäftsalltags

«Sitzungen sind das Blut des Geschäftsalltags», meinte Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer IHK St. Gallen-Appenzell, an einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Arbeitgeber-Verbänden Rheintal und Sarganserland-Werdenberg sowie der Alpha Rheintal Bank am Donnerstag bei der Jansen AG in Oberriet. Wenn man aber feststelle, dass Entscheide gar nicht umgesetzt werden – oder noch schlimmer: gar keine gefasst werden – werde es problematisch. Dies würde nämlich bedeuten, dass Zeit und damit Geld vergeudet wird.

Nur wer etwas beitragen kann

Unternehmensberater Roger W. Sonderegger, Daniel Ehrat, Gesamtleiter der St. Galler Tagblatt AG, und Christoph Göldi vom Altstätter Architekturbüro Göldi und Eggenberger sagten, woran es liegt, wenn Sitzungen Zeit verpuffen und wie man dies vermeiden kann. Oft würden zu viele oder die falschen Teilnehmer aufgeboten, meinte Sonderegger. Sinnvoll sei, nur Leute einzubeziehen, die einen Beitrag leisten können. Es lohne sich auch zu überlegen, ob eine Sitzung überhaupt nötig sei und ob sich nicht allenfalls in einem bilateralen Gespräch klären lasse, was zu bereden wäre.

Pünktlichkeit ist Pflicht

Wenn aber eine Sitzung einberufen werde, hätten alle vorbereitet zu kommen – «und pünktlich», fügte Daniel Ehrat an. Vorgängig seien Ziele festzulegen, und Entscheide seien in einem Protokoll festzuhalten. «Das schafft Verbindlichkeit», betonte Roger W. Sonderegger.

Tödlich wird's, wenn ziellos diskutiert wird. «Unbedingt fokussiert bleiben», mahnte Daniel Ehrat. Ein gutes Zeitmanagement sei ebenso wichtig: «Nach 90 Minuten werde auch ich unruhig.»

Störend seien während der Sitzung läutende Mobiltelefone. Immer öfter fallen auch Sitzungsteilnehmer auf, die sich mehr auf ihre Smartphones und Tablet-PCs konzentrieren als auf die Sitzung.

Christian Gunsch vom Kaffeehandelsunternehmen MC Grecof in Widnau wies hingegen daraufhin, dass die moderne Technik Sitzungen auch effizienter machen kann. In seinen Videokonferenzen seien die Leute in der Regel gut vorbereitet und während des Meetings konzentriert.

Stehend oder gehend

Als Tip für mehr Effizienz empfahl Christoph Göldi, Sitzungen stehend abzuhalten – oder sogar im Gehen. Auch spezielle Sitzungszeiten halten die Meetings kurz. «Wird die Sitzung auf zwanzig vor zwölf angesetzt», meinte Roger W. Sonderegger, «ist jedem klar, dass am Mittag alles besprochen sein muss.»